Weimer in Buchhandlungs-Affäre weiter unter Druck
Kultur - aktuelle Fakten und Einordnung
Kulturpolitik und Preisträgerkontroversen in Berlin
Berlin () – In der Affäre um den Deutschen Buchhandlungspreis hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) den Ausschluss dreier Buchhandlungen von der Liste der Preisträger mit dem „Haber-Verfahren“ gerechtfertigt – nun tauchen diesbezüglich aber neue Fragen auf.
Auf Anfrage hatte der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) vom Bundesamt für Verfassungsschutz die Auskunft erhalten, dass es „verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“ zu den drei Buchhandlungen in Berlin, Bremen und Göttingen gibt.
Die FAZ schreibt allerdings in ihrer Samstagausgabe, der Inhalt dieser Erkenntnisse sei dem Staatsminister nicht bekannt gemacht worden. Ein BKM-Sprecher soll der FAZ demnach bestätigt haben, dass die Behörde die im Haber-Verfahren vorgesehene Möglichkeit der Nachfrage beim Verfassungsschutz zwecks Präzisierung der Auskunft gar nicht genutzt habe.
Im Kulturausschuss des Bundestags bemühte Weimer am Mittwoch den Vergleich mit einer hypothetischen „Nazi-Buchhandlung in Erfurt“ – laut FAZ-Bericht angeblich ohne zu wissen, weshalb der Verfassungsschutz die drei linken Buchhandlungen mit verfassungsfeindlichen Bestrebungen in Verbindung bringt.
Die Buchhandlungen wollen nun auf Auszahlung der Preissumme klagen. Ein Rechtsanwalt sagte der FAZ, in Ermangelung von Sachgründen habe Weimer kein Ermessen zur Abänderung der Jury-Entscheidung gehabt.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Wolfram Weimer am 05.03.2026 |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Ausschluss dreier Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis aufgrund des "Haber-Verfahrens"
- "Verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse" über die Buchhandlungen vorliegend, Staatsminister Weimer jedoch nicht informiert
- Buchhandlungen planen Klage auf Auszahlung der Preissumme, Rechtsanwalt sieht kein Ermessen für Entscheidung von Weimer
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffene Buchhandlungen: drei in Berlin, Bremen und Göttingen
- Zielgruppe: Buchhandlungen, die für den Deutschen Buchhandlungspreis nominiert waren
- Rechtsstreit: Buchhandlungen planen Klage gegen Ausschluss und Auszahlung der Preissumme
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Ausschluss dreier Buchhandlungen basierend auf "verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen"
- Unklarheit über die spezifischen Inhalte dieser Erkenntnisse für den Staatsminister
- Fehlende Nachfrage des BKM beim Verfassungsschutz zur Klärung der Auskunft
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Ausschluss dreier Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis gerechtfertigt
- Verfassungsschutz hat "verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse" zu den Buchhandlungen
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