Chef der schwarz-roten Spritpreis-Taskforce warnt Ölkonzerne
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaftliche Auswirkungen des Iran-Krieges in Berlin
Berlin () – Der Co-Vorsitzende der Taskforce „Wirtschaftliche Auswirkungen des Iran-Krieges“ der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD im Bundestag, Sepp Müller (CDU), hat angesichts der stark gestiegenen Spritpreise eine Warnung an die Ölkonzerne geschickt.
„Wir wollen wissen, wie es zu dieser Preisgestaltung kommt, die für uns so nicht erklärbar ist. Wir haben Möglichkeiten, Einfluss auf die Spritpreise zu nehmen. Da ist einiges im Instrumentenkasten, das den Konzernen zu denken geben sollte“, sagte Müller der „Welt“.
„Es wäre jetzt unklug, hier und heute Details offenzulegen, aber jeder weiß doch, welche Möglichkeiten das Bundeskartellamt hat – von Strafzahlungen bis hin zu regulatorischen Eingriffen in den Markt“, so Müller. „Wenn wir feststellen, dass es Preisabsprachen oder nicht nachvollziehbare Preisgestaltungen gibt, hat das Kartellamt ausreichend Möglichkeiten, einzugreifen und dafür zu sorgen, damit das aufhört.“
Die Taskforce tagte am Freitag zum ersten Mal. Müller dämpfte allerdings Erwartungen, die Preise binnen kürzester Zeit dämpfen zu können: „Zur seriösen Politik gehört Ehrlichkeit. Auf die abrupt gestiegenen Preise wird es daher keine ebenso abrupte politische Reaktion geben. Schon die öffentliche Spekulation über Maßnahmen – etwa einen Tankrabatt – würde den Markt sofort reagieren lassen.“ Händler und Spekulanten würden ihre Erwartungen anpassen und gegen die Politik wetten. Das könnte eine neue Preisspirale auslösen. „Seriöse Politik bedeutet in dieser Lage auch, bewusst auf schnelle Signale zu verzichten“, so Müller.
Der CDU-Politiker geht nicht von einem weiteren starken Preisanstieg bei Benzin und Diesel aus: „Es gibt genug Öl und Kraftstoffe auf dem Markt. Deutschland hat keinen Versorgungsengpass. Deswegen gehen wir Stand heute davon aus, dass wir mit keinen weiteren größeren Preissprüngen rechnen müssen.“ Und er glaube auch nicht, dass die Inflation deutlich steigen werde: „Wenn der Konflikt zeitlich begrenzt bleibt, werden wir eher keinen Inflationssprung sehen, sondern lediglich einen leichten Anstieg von 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten. Hält der Konflikt länger an, kann es insgesamt auch zu einem Inflationsanstieg von über einem Prozentpunkt kommen“, sagte der Taskforce-Chef. „In einzelnen Bereichen kann es deutlich höher werden, etwa in der Logistik oder beim Strompreis, weil der Gaspreis auf den Strompreis durchschlägt. Das zieht sich dann durch die Wertschöpfungsketten.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Shell-Tankstelle am 04.03.2026 |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Müller warnt die Ölkonzerne wegen der gestiegenen Spritpreise und fordert Transparenz in der Preisgestaltung.
- Kartellamt könnte bei Preisabsprachen oder undurchsichtigen Preissetzungen eingreifen.
- Maßnahme wie Tankrabatt könnte den Markt negativ beeinflussen und eine Preisspirale auslösen.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffene: Ölkonzerne, Händler, Verbraucher in Deutschland
- Stärke: Einflussmöglichkeiten des Bundeskartellamts, mögliche Preissteigerungen von 0,3 bis über 1 Prozent
- Zeiträume: Keine rasche politische Reaktion, hängt von Dauer des Konflikts ab
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Starke Preiserhöhungen bei Sprit aufgrund von Marktunsicherheiten
- Einfluss des Iran-Kriegs auf die Ölpreise und allgemeine wirtschaftliche Stabilität
- Mögliche Maßnahmen des Bundeskartellamts bei Preisabsprachen
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Ölkonzerne zu Preisgestaltung befragen
- Bundeskartellamt prüfen lassen, ob Preisabsprachen existieren
- Keine schnellen politischen Maßnahmen ankündigen, um Marktreaktionen zu vermeiden
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
- Tausende Häftlinge vorzeitig aus Gefängnis entlassen - 20. März 2026
- Lehrerverband sieht Verbot von Messengerdiensten kritisch - 20. März 2026
- Merz will KI-Verordnung komplett auf den Prüfstand stellen - 20. März 2026
