Regierungsberater kritisieren Stand bei Modernisierungsagenda

13. März 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Regierungskritik zu Bürokratieabbau in Berlin

() – Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) übt scharfe Kritik an der Umsetzung der Modernisierungsagenda der Bundesregierung.

„Die Regierung hat große Ankündigungen gemacht, es wurden auch viele Maßnahmen definiert, aber das reicht nicht“, sagte NKR-Chef Lutz Goebel dem „Handelsblatt“. Bei vielen Vorhaben fehle eine klare Steuerung, etwa wer konkret für die Umsetzung verantwortlich sei und wie der Fortschritt kontrolliert werde.

Goebel sieht strukturelle Probleme bei der Umsetzung von Bürokratieabbau durch das neue Digital- und Modernisierungsministerium von Karsten Wildberger (CDU). „Die Steuerung ist zu schwach“, sagte er. Das Ressortprinzip erschwere Reformen, da Ministerien Vorhaben blockieren könnten. Die Beharrungskräfte innerhalb der Regierung seien „gigantisch“. Zugleich fordert der NKR strengere Regeln bei der sogenannten „Bürokratiebremse“. Wenn neue Gesetze zusätzliche Bürokratiekosten verursachten, müsse dies künftig vollständig ausgeglichen werden – auch bei Vorgaben aus der EU. „Wenn wir ernsthaft wollen, dass Bürokratie spürbar abgebaut wird, dann muss auch der EU-Anteil jetzt komplett und nicht nur anteilig berücksichtigt werden“, sagte Goebel. Das Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung äußerte sich zunächst auf Anfrage nicht.

Die Stiftung Familienunternehmen schlägt ebenfalls weitergehende Reformen vor. In einer internationalen Studie, über die das „Handelsblatt“ berichtet, empfehlen Wissenschaftler sogenannte „Sunset-Klauseln“. Demnach würden Vorschriften nach einer bestimmten Frist automatisch außer Kraft treten, sofern sie nicht aktiv verlängert werden – ein Instrument, das etwa in oder Südkorea bereits genutzt wird. Der Vorstand der Stiftung Familienunternehmen und Politik, Rainer Kirchdörfer, sagte dem „Handelsblatt“: „Das Ministerium von Herrn Wildberger hat eine Menge guter Pläne für den Bürokratieabbau ersonnen, aber jetzt muss es in die Umsetzung kommen, eine Welle lostreten, das Tempo erhöhen.“ Dabei dürfe Wildbergs Ressort nicht kleinteilig vorgehen, sondern müsse „das Mindset im ganzen System verändern“.

Siehe auch:  Grüne offen für neue Sicherheitsbefugnisse
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Karsten Wildberger (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • NKR kritisiert Umsetzung der Modernisierungsagenda der Bundesregierung als unzureichend.
  • Forderung nach strengeren Regeln bei der Bürokratiebremse: Neue Gesetze sollen vollständige Ausgleichung von Bürokratiekosten erfordern.
  • Vorschlag von "Sunset-Klauseln" zur automatischen Aufhebung von Vorschriften nach einer bestimmten Frist.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Nationale Normenkontrollrat (NKR) kritisiert Umsetzung der Modernisierungsagenda
  • Betroffene: Bundesregierung, Digital- und Modernisierungsministerium, Unternehmen
  • Forderungen nach gesamt-europäischer Berücksichtigung von Bürokratiekosten und strengeren Regeln für Bürokratieabbau

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Kritik an der unzureichenden Umsetzung der Modernisierungsagenda der Bundesregierung
  • Fehlende klare Steuerung und Verantwortlichkeiten für Projekte
  • Strukturelle Probleme im Bürokratieabbau durch das Digital- und Modernisierungsministerium

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • NKR fordert klare Verantwortung und Fortschrittskontrolle bei der Umsetzung der Modernisierungsagenda
  • Strengere Regeln für die "Bürokratiebremse" und vollständiger Ausgleich von neuen Bürokratiekosten
  • Empfehlung von "Sunset-Klauseln" zur automatischen Abschaffung von Vorschriften nach einer Frist

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