Deutschland überarbeitet Pläne zur Entlastung kleiner Banken
Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaft: Reformvorschläge für Kleinbanken in Deutschland
Berlin () – Deutschland will kleine Banken von bürokratischen Lasten befreien. Ein neues Geheimpapier, über welches das „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe) berichtet, zeigt, über welche Vorschläge Politik, Banken und Finanzaufsicht dabei aktuell diskutieren.
Kern eines europäischen Kleinbankenregimes soll demnach die Abschaffung der Eigenkapitalquote bleiben, die abhängig vom Eigenkapital einer Bank und vom Risikogehalt des eingegangenen Geschäfts ist. Stattdessen sollen kleine Geldhäuser künftig nur noch eine Leverage-Ratio einhalten müssen, bei der das Eigenkapital ins Verhältnis zum gesamten Geschäftsvolumen gesetzt wird.
Zahlreiche Banken haben jedoch die Sorge, dass die Vorschläge von Bafin und Bundesbank in ihrer bisherigen Fassung für viele Geldhäuser unattraktiv sind. Sie fürchten, dass deshalb am Ende nur sehr wenige deutsche Banken die Ausnahmeregelungen für kleine Banken nutzen würden. Um das zu verhindern, haben die deutschen Banken am 10. März Änderungs- und Ergänzungsvorschläge an die Bafin und die Bundesbank geschickt. Das siebenseitige Positionspapier der Deutschen Kreditwirtschaft (DK), eines Zusammenschlusses der Bankenverbände, ist laut „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) als vertraulich eingestuft.
Die DK fordert darin, dass „bei der Berechnung der Leverage-Ratio risikolose Aktiva – insbesondere Zentralbankguthaben – ausgenommen werden. Gleiches sollte für risikoarme Geschäfte wie Kommunalkredite gelten.“ Bafin-Exekutivdirektor Nikolas Speer sagte auf der „Handelsblatt“-Tagung Bankenaufsicht, er habe das DK-Papier erhalten und wolle nun gemeinsam mit der Bundesbank, dem Finanzministerium und den Instituten eine gemeinsame deutsche Position entwickeln. „Wenn wir das nicht tun, dann wird dieses Kleinbankenregime, wie auch immer es aussieht, keine Chance haben in Europa.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Skyline von Frankfurt / Main (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Abschaffung der Eigenkapitalquote für kleine Banken geplant.
- Einführung einer Leverage-Ratio, die das Eigenkapital ins Verhältnis zum gesamten Geschäftsvolumen setzt.
- Deutsche Kreditwirtschaft fordert Ausnahmen für risikolose Aktiva und risikoarme Geschäfte bei der Leverage-Ratio.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen sind kleine Banken in Deutschland
- Starke Bedenken bestehen bei vielen Geldhäusern bezüglich der Attraktivität der neuen Vorschläge
- Änderungs- und Ergänzungsvorschläge wurden am 10. März eingereicht
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Deutschland will kleine Banken von bürokratischen Lasten befreien
- Vorschlag zur Abschaffung der Eigenkapitalquote zugunsten einer Leverage-Ratio
- Banken befürchten Unattraktivität der Vorschläge vom Bafin und Bundesbank
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Abschaffung der Eigenkapitalquote für kleine Banken
- Einführung einer Leverage-Ratio, die das Eigenkapital ins Verhältnis zum gesamten Geschäftsvolumen setzt
- Entwicklung einer gemeinsamen Position mit Bundesbank, Finanzministerium und Banken zur Anpassung der Vorschläge
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
- Tausende Häftlinge vorzeitig aus Gefängnis entlassen - 20. März 2026
- Lehrerverband sieht Verbot von Messengerdiensten kritisch - 20. März 2026
- Merz will KI-Verordnung komplett auf den Prüfstand stellen - 20. März 2026
