Schmerzmediziner kritisierten geplante Sparmaßnahmen scharf

21. April 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesundheitspolitik in Berlin: Kürzungen gefährden Schmerzpatienten

() – Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) hat die geplanten Kürzungen im Gesundheitssystem scharf kritisiert. Die vorgesehenen Kürzungen gefährden die ambulante Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen auf lange Sicht, teilten die Fachleute mit.

„Die Sparmaßnahmen treffen die Patientengruppe, die stabile Versorgungsstrukturen am dringendsten benötigt“, sagte DGS-Präsident Richard Ibrahim über den Referentenentwurf zum Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der Gesetzlichen Krankenversicherung.

„Chronische Schmerzen erfordern kontinuierliche Betreuung.“ Man brauche deshalb eine nachhaltige Finanzierung der ambulanten Versorgung, multiprofessionelle Teams, weniger Bürokratie und eine klare Priorisierung der Versorgung chronisch kranker Menschen, so Ibrahim. „Wir appellieren an die politischen Entscheidungsträger, die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit chronischen Schmerzen in den Reformüberlegungen zu berücksichtigen. Eine stabile ambulante Schmerzmedizin ist Voraussetzung für Lebensqualität, gesellschaftliche Teilhabe und die Vermeidung stationärer Behandlungen.“

Schmerzpatienten seien auf eine kontinuierliche, zeitintensive und multiprofessionelle Behandlung angewiesen, kritisierte die Fachgesellschaft. Sie würden die Folgen einer finanziellen Deckelung im ambulanten Bereich sofort spüren, denn eine begrenzte Vergütung wird unweigerlich zu begrenzten Leistungen führen, erklärten die Mediziner.

Besonders kritisch sieht die Fachgesellschaft die geplante Abschaffung der Honoraranreize aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung haben diese Anreize zu einer verbesserten Terminvergabe beigetragen. Eine Reduktion verfügbarer Termine erhöhe für Schmerzpatienten das Risiko einer Chronifizierung durch verzögerte Diagnostik und Therapie.

Siehe auch:  Grüne drängen nach Brandanschlag auf umfangreiche Ermittlungen

Es besteht zudem die Gefahr, dass Praxen auf die finanziellen Einschnitte mit Personalabbau oder Leistungseinschränkungen reagieren müssten. Das könne zu längeren Wartezeiten führen. Für Menschen mit chronischen Schmerzen bedeute dies eine zusätzliche Belastung, da bereits heute viele von ihnen lange auf Termine und Behandlung warteten.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Ärztehaus (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • DGS kritisiert geplante Kürzungen im Gesundheitssystem.
  • Kürzungen gefährden ambulante Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen.
  • Geplante Abschaffung der Honoraranreize könnte zu längeren Wartezeiten und eingeschränkten Leistungen führen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Patientengruppe mit chronischen Schmerzen
  • Langfristige Auswirkungen auf die ambulante Versorgung
  • Gefahr von längeren Wartezeiten und eingeschränkten Leistungen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Geplante Kürzungen gefährden die ambulante Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen.
  • Chronische Schmerzen erfordern kontinuierliche, zeitintensive und multiprofessionelle Behandlung.
  • Abschaffung von Honoraranreizen könnte zu längeren Wartezeiten und eingeschränkten Leistungen führen.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Kritik an geplanten Kürzungen im Gesundheitssystem
  • Appell an politische Entscheidungsträger zur Berücksichtigung von Schmerzpatienten
  • Warnung vor Folgen wie längeren Wartezeiten und eingeschränkten Leistungen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH