Hochschulverband beklagt "Noteninflation"

22. April 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Bildungspolitik in Deutschland: Noteninflation im Abitur

() – Der Präsident des Deutschen Hochschulverbands (DHV), Lambert T. Koch, rügt eine „Noteninflation“ im deutschen Abitur. „Um die Aussagekraft des Abiturs nachhaltig zu sichern, muss der fortschreitenden `Noteninflation` durch eine konsequente Ausschöpfung des Bewertungsspektrums Einhalt geboten werden“, sagte Koch dem „Münchner Merkur“ von Ippen-Media.

Trotz immer besserer Noten für Abiturienten stünden die Universitäten vor Problemen. Die fast 34.000 im Deutschen Hochschulverband (DHV) organisierten Wissenschaftler beobachteten seit geraumer Zeit mit Sorge, dass das Abitur die Studierfähigkeit zwar formal bescheinige, in der Praxis jedoch immer seltener garantiere, so Koch. „Natürlich gibt es nach wie vor hochmotivierte und leistungsstarke junge Menschen, die nach dem Abitur ein Studium aufnehmen und vom ersten Semester an brillieren“, meinte der DHV-Präsident. „Hochschullehrende konstatieren jedoch zunehmend eklatante Mängel: Neben unzureichenden mathematischen Vorkenntnissen haben sich auch das Leseverständnis, die Lesebereitschaft und das allgemeine Ausdrucksvermögen insgesamt spürbar verschlechtert.“

Um diese Defizite aufzufangen und auszugleichen, gebe es an den Hochschulen „fachspezifische Brückenkurse“, die fehlende Grundlagen vermitteln. „Diese nachholende Stoffvermittlung stößt jedoch an strukturelle Grenzen, da den Universitäten die Kapazitäten fehlen, um dauerhaft Bildungsaufgaben der Schulen zu übernehmen.“

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Wie aus Daten der Kultusministerkonferenz hervorgeht, sind die Abiturnoten in den vergangenen Jahren tatsächlich deutlich besser geworden. Lag der gewichtete Abitur-Bundesdurchschnitt 2006 noch bei 2,5, liegt er heute bei 2,36. „Freigiebig vergebene Bestnoten wecken falsche Erwartungen, die im Studienalltag zwangsläufig zu Enttäuschungen führen“, so Koch. Erforderlich sei daher „eine Rückbesinnung auf das Prinzip `Qualität vor Quantität`, damit das Abitur bundesweit wieder als verlässlicher Nachweis tatsächlicher Leistungsfähigkeit dient“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Klassenraum in einer Schule (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Präsident des DHV kritisiert Noteninflation im Abitur
  • Abiturnoten haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert (2006: 2,5; heute: 2,36)
  • Hochschulen bieten Brückenkurse an, stoßen jedoch an Kapazitätsgrenzen

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: Abiturienten, Hochschulen, Universitäten
  • Problem: Noteninflation, verstärkte Defizite in mathematischen Vorkenntnissen und Leseverständnis
  • Zeitrahmen: Abiturnoten sind seit 2006 von 2,5 auf 2,36 gestiegen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Noteninflation im deutschen Abitur
  • Eklatante Mängel in mathematischen Vorkenntnissen, Leseverständnis und Ausdrucksvermögen bei Abiturienten
  • Fehlende Kapazitäten an Universitäten für nachholende Bildungsaufgaben
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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