Ministerin sieht Entwicklungspolitik im Umbruch

9. Mai 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Entwicklungspolitik im Wandel: Globale Perspektiven in Berlin

() – Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) sieht die Entwicklungspolitik weltweit im Umbruch.

Wichtige Akteure orientierten sich neu, sagte sie der „Rheinischen Post“. China betreibe Entwicklungszusammenarbeit als knallhartes Geschäft. Auch die USA gingen seit der Zerschlagung ihrer Entwicklungsbehörde USAID Anfang 2025 mehr in Richtung Deals mit schneller Eigenrendite. „Mir ist das zu kurz gedacht“, sagte die Ministerin. Es sei wichtig, dass man auf Stabilität, Resilienz und Prävention setze. „Und wenn wir Pandemieausbrüche in anderen Teilen der Welt verhindern, Geflüchteten in ihrer Heimatregion Perspektiven verschaffen oder faire Wirtschaftskooperationen stärken, dann nützt das ja eben immer auch unserer Sicherheit und unserer Wirtschaft.“

Die Ministerin äußerte sich auch zu den Folgen des -Kriegs. Die Blockade von Hormus habe weltweit gravierende Folgen, besonders für ärmere Länder im Globalen Süden. Grundnahrungsmittel würden dort für viele unbezahlbar und fehlender Dünger gefährde die nächste Ernte; 20 bis 30 Prozent der Düngemittelausfuhren erfolgten über diese Wasserstraße. Das Welternährungsprogramm warne deshalb, dass weitere bis zu 45 Millionen Menschen dadurch nicht mehr genug zu haben könnten. Sie habe den Eindruck, dass die Dramatik der Situation noch nicht überall angekommen sei. Und jeder weitere Tag der Blockade mache die Lage schlimmer. Deshalb müssten alle diplomatischen Bemühungen darauf gerichtet sein, die Situation zu lösen.

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Auf die Frage nach den Kürzungen ihres Etats sagte Alabali Radovan, ihr sei wichtig, dass verlässlich bleibe. Sie habe deshalb eine Reform der deutschen Entwicklungspolitik eingeleitet, um auch mit begrenzteren Mitteln möglichst viel erreichen zu können. Aber natürlich seien die vereinbarten Kürzungen sehr schmerzhaft, zumal im letzten Jahr zusätzliche Krisen wie der Iran-Krieg hinzugekommen seien. Außerdem zögen sich wichtige Geber wie die USA zurück – mit dramatischen Folgen.

Die Ministerin kündigte an, die Entwicklungszusammenarbeit durch ihre Reform „zukunftsfest“ zu machen. Einen Schwerpunkt setze sie auf die Ernährungssicherheit – etwa mit einem Schulernährungsprogramm, das bis 2030 insgesamt 100 Millionen Kinder erreichen solle. Man bleibe beim Wiederaufbau der , in Syrien und perspektivisch in Gaza engagiert. Außerdem wolle man die Partnerschaft mit dem globalen Süden weiter stärken und auf Augenhöhe zusammenarbeiten – auch deshalb werde man eine entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission einberufen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Reem Alabali Radovan am 06.05.2026

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Entwicklungspolitik weltweit im Umbruch, China und USA orientieren sich neu
  • Blockade von Hormus gefährdet Ernährungssicherheit im Globalen Süden, bis zu 45 Millionen Menschen gefährdet
  • Bundesministerin kündigt Reform der deutschen Entwicklungspolitik an, Fokus auf Ernährungssicherheit und Schulernährungsprogramm für 100 Millionen Kinder bis 2030

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: Länder im Globalen Süden, insbesondere ärmere Länder
  • Stärke: Bis zu 45 Millionen Menschen könnten nicht genug zu essen haben
  • Fristen: Schulernährungsprogramm bis 2030, Reformen zur Entwicklungspolitik aufgrund von Etat-Kürzungen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Umbruch in der Entwicklungspolitik weltweit
  • Einfluss Chinas und der USA auf die Entwicklungszusammenarbeit
  • Folgen des Iran-Kriegs und Blockade von Hormus für Grundnahrungsmittelpreise im Globalen Süden

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Reform der deutschen Entwicklungspolitik eingeleitet
  • Schwerpunkt auf Ernährungssicherheit, Schulernährungsprogramm für 100 Millionen Kinder bis 2030
  • Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission einberufen
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