Kein Bundesland erhielt seit Januar Passersatzpapiere für Syrer

17. Mai 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Rückführungen syrischer Asylbewerber in Deutschland

() – Seit Ende Januar hat kein Bundesland von der Bundespolizei ein Passersatzpapier erhalten, um einen ausreisepflichtigen Syrer abschieben zu können. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Beamte der Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern. Eine entsprechende Anfrage wollte das Bundespolizeipräsidium in Potsdam, das Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) untergeordnet ist, demnach weder dementieren noch bestätigen.

Wie die Bundespolizei der Zeitung mitteilte, sind rund 11.100 Syrer in ausreisepflichtig – zum Stand Ende März. Nachdem seit 2011 kein einziger der rund eine Million syrischen Asylzuwanderer zurückgebracht worden war, gelangen unter Minister Dobrindt im Dezember 2025 und im Januar dieses Jahres die ersten vier Abschiebungen in das sich langsam vom Bürgerkrieg erholende Land. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vor einem Jahr angekündigt: Nach werde man abschieben – beginnend mit Straftätern und Gefährdern.

Bayerns Innenministerium teilte der „Welt am Sonntag“ mit, die Organisation von Rückführungen nach Syrien unterscheide sich derzeit von regulären Verfahren vor allem dadurch, dass der Bund in der Anfangsphase für den gesamten Prozess einschließlich der Passersatzpapierbeschaffung beim Herkunftsstaat die Federführung übernommen habe, um tragfähige Rückführungswege aufzubauen.

Laut Roman Poseck (CDU), dem Innenminister Hessens, ist von den dort 533 ausreisepflichtigen Syrern derzeit keine Person kurzfristig rückführbar, weil Passersatzdokumente zum Zweck der Rückführung im Jahr 2026 von der syrischen Seite nicht ausgestellt worden seien. Sein Land sei gut auf regelhafte Rückführungen nach Syrien vorbereitet. Poseck sagte der Zeitung, er könne die Bundesregierung nur ermutigen, in direkten Gesprächen mit der Regierung in Syrien dafür die Voraussetzungen zu schaffen.

Siehe auch:  Ahmetovic fordert "Demut und Klarheit" von Merz

3.850 Syrer stellten im laufenden Jahr bis Ende April Asylerstanträge in Deutschland. Laut einem vertraulich eingestuften Bericht des Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums Illegale Migration vom Februar, aus dem die Zeitung zitiert, sind seit der Wiederanbindung syrischer Flughäfen an den internationalen Flugverkehr 2025 anhaltende Schleusungen auf dem Luftweg belegt – insbesondere durch Direktflüge der europäischen Fluggesellschaften Dan Air und Air Mediterranean nach beziehungsweise . „Nach hier vorliegenden Informationen ist die Einrichtung von Direktflugverbindungen nach Deutschland seitens der Lufthansa AG, im Nachgang zu entsprechenden Erkundungsmissionen, bereits in konkreter Planung“, heißt es in dem internen Bericht zur illegalen Migration.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Syrer in Deutschland feiern den Sturz von Assad in Syrien (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Seit Ende Januar hat kein Bundesland Passersatzpapiere von der Bundespolizei für Abschiebungen an ausreisepflichtige Syrer erhalten.
  • Zum Stand Ende März sind rund 11.100 Syrer in Deutschland ausreisepflichtig.
  • Im Jahr 2026 werden von der syrischen Seite keine Passersatzdokumente für zurückkehrende Syrer ausgestellt.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind rund 11.100 ausreisepflichtige Syrer in Deutschland.
  • Dies betrifft insbesondere die Bundesländer Bayern und Hessen, wo derzeit keine Rückführungen möglich sind.
  • Erste Abschiebungen nach Syrien haben im Dezember 2025 und Januar 2026 stattgefunden.

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Keine Passersatzpapiere seit Ende Januar 2023 für Abschiebungen nach Syrien
  • Rund 11.100 ausreisepflichtige Syrer in Deutschland
  • Erst vier Abschiebungen seit 2011, dazu reguläre Verfahren aktuell nicht möglich

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Diskussion über Abschiebungen von ausreisepflichtigen Syrern
  • Bundespolizei ist für Passersatzpapierbeschaffung zuständig
  • Unterstützung für direkte Gespräche mit der syrischen Regierung zur Vereinfachung von Rückführungen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)