Waigel fordert Grundsatzdiskussion über CSU-Ausrichtung

28. Mai 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

CSU-Politik: Forderung nach Neuausrichtung in München

() – Der CSU-Ehrenvorsitzende und ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel hat eine „grundlegende, tiefgehende Diskussion“ über die Ausrichtung seiner Partei gefordert. Dies solle im Rahmen einer Klausurtagung oder einer Grundsatzkommission geschehen, sagte Waigel der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe).

Bei dieser sollten neben CSU-Leuten auch Theologen, politische Philosophen und gesellschaftliche Gruppen über die Ausrichtung der Partei sprechen. Erst danach könne ein Parteitag sich damit beschäftigen.

Waigel reagierte damit auf den „Pfingstbrief“ des stellvertretenden CSU-Vorsitzenden Manfred Weber, der der Partei inhaltliche Schwächen vorgeworfen und eine Politik kritisiert hatte, die vor allem auf „Schlagzeilen“ und „Klickzahlen“ abziele. Webers Brief sei ein „Weckruf“ an die Partei, sagte Waigel.

Die CSU müsse überlegen, wie man wieder ein „Demokratie- und Parteiprojekt“ schaffe. Man müsse das eigene Verhalten stärker reflektieren und parteiintern mehr diskutieren. „Kritik ist legitim, aber Selbstkritik muss jeder üben. Ich glaube, wir haben alle Anlass, darüber nachzudenken und unseren politischen Diskurs zu verbessern“, so Waigel.

Als „Abrechnung“ will der CSU-Ehrenvorsitzende den Brief Webers jedoch nicht verstanden wissen. Kritik an Parteivorsitzenden sei nichts Ungewöhnliches, sagte Waigel auch mit Blick auf seine eigene Vergangenheit als CSU-Chef. Früher habe es deutlich mehr Auseinandersetzungen gegeben als heute. Waigel sagte, Söder solle den Brief nicht als „Majestätsbeleidigung“, sondern gelassen aufnehmen – und dessen programmatische Vorschläge „offensiv“.

Siehe auch:  Deutschland beteiligt sich am australischen Nolans-Projekt

Der Ehrenvorsitzende machte zudem klar, dass er sich mehr Breite an der CSU-Spitze wünscht. „Dazu habe ich Markus Söder vor einiger Zeit einen Spruch vom Philosophen Max Müller gesagt: `Sei so, wie nur du sein kannst, lass aber andere so sein, wie nur sie sein können.`“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: CSU-Logo (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Theo Waigel fordert grundlegende Diskussion über die Ausrichtung der CSU.
  • Eine Klausurtagung oder Grundsatzkommission mit externen Experten wird angeregt.
  • Kritik und Selbstkritik sollen parteiintern stärker reflektiert werden.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • CSU-Mitglieder, Theologen, politische Philosophen, gesellschaftliche Gruppen betroffen
  • Starke Diskussion über Parteiausrichtung gefordert, Klausurtagung oder Grundsatzkommission als Rahmen
  • Ziel: Verbesserung des politischen Diskurses und Reflexion des eigenen Verhaltens

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Forderung nach grundlegender Diskussion über die Ausrichtung der CSU
  • Kritik an inhaltlichen Schwächen und Schwerpunkt auf Schlagzeilen
  • Aufruf zur Selbstkritik und besserem politischen Diskurs innerhalb der Partei

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Grundlegende Diskussion über die Ausrichtung der CSU fordern
  • Klausurtagung mit Theologen, politischen Philosophen und gesellschaftlichen Gruppen planen
  • Parteiinternes Verhalten stärker reflektieren und mehr diskutieren
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH