Mieterbund widerspricht Kritik an Heizkosten-Regelung

29. Mai 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Politische Debatte über Heizkosten in Berlin

() – Der Deutsche Mieterbund (DMB) hält die Behauptung für falsch, dass die geplante Beteiligung von Vermietern an Heizkosten zu einem Rückgang von Mietwohnungen führe.

„Die Behauptung, Vermieter würden deshalb massenhaft Wohnungen verkaufen und dadurch die Mieten stark steigen lassen, halten wir für nicht belegt“, sagte Verbandspräsidentin Melanie Weber-Moritz. „Zudem gilt: Wird ein Haus verkauft, bleiben bestehende Mietverträge zunächst bestehen. Ein Verkauf allein hebt den Mieterschutz nicht auf und führt nicht automatisch zu höheren Mieten.“

Steigende Gaspreise und zunehmende CO2-Kosten führten außerdem bereits heute zu immer höheren Heizkosten. „Deshalb ist es aus unserer Sicht nur fair, dass Vermieter, die sich bewusst für den weiteren Einsatz ineffizienter Gasetagenheizungen entscheiden, künftig einen Teil dieser Mehrkosten mittragen“, so die DMB-Präsidentin.

Der Gebäudesektor verpasst aktuell regelmäßig die CO2-Einsparziele im Bundes-Klimaschutzgesetz und der EU-Klimaschutzverordnung. Die Ampel-Regierung hatte daher das Gebäudeenergiegesetz (GEG) reformiert und für den Einbau neuer Heizungen die Vorgabe aufgestellt, dass diese mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, also beispielsweise durch Wärmepumpen oder Solarthermie.

CDU/CSU und SPD wollen diese Regel nun mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) kippen. Stattdessen sollen neue Öl- und Gasheizungen mit einem steigenden Anteil an synthetischen Kraftstoffen und Biogas betrieben werden müssen. Die Kosten für diese wahrscheinlich teure Beimischung, die steigenden Netzentgelte sowie für den ebenfalls steigenden CO2-Preis beim Heizen soll in diesen Fällen künftig auf Mieter und Vermieter aufgeteilt werden. Experten erwarten allerdings, dass diese sogenannte „Biotreppe“ nicht ausreichen wird, um die Klimaziele im Gebäudebereich einzuhalten, sodass nach dem Lastenteilungsmechanismus der EU milliardenschwere Zahlungen auf die deutschen Steuerzahler zukommen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Gasheizung (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • DMB hält die Behauptung, dass vermieterspezifische Heizkostenbeteiligung zu weniger Mietwohnungen führt, für unbelegt.
  • Verkaufsprozess von Mietwohnungen betrifft bestehende Mietverträge nicht und hebt Mieterschutz nicht auf.
  • Gebäudemodernisierungsgesetz soll neue Öl- und Gasheizungen mit synthetischen Kraftstoffen und Biogas vorschreiben.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft Vermieter und Mieter in Deutschland
  • Regelungen für den Einbau neuer Heizungen, Frist unklar
  • CO2-Einsparziele im Bundes-Klimaschutzgesetz nicht eingehalten, mögliche Milliardenkosten für Steuerzahler

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Behauptung über Rückgang von Mietwohnungen durch Heizkostenbeteiligung ist unbelegt
  • Steigende Gaspreise und CO2-Kosten führen zu höheren Heizkosten
  • Gebäudesektor verpasst CO2-Einsparziele des Klimaschutzgesetzes

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) für neue Heizungen mit mindestens 65% erneuerbaren Energien
  • Vorschlag der CDU/CSU und SPD zur Änderung mit Biogas und synthetischen Kraftstoffen
  • Verteilung der Kosten für Heizungen auf Mieter und Vermieter
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH