Deutsche Antibiotika-Strategie läuft ins Leere

8. November 2025

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesundheitsversorgung und Importabhängigkeit in Deutschland

() – Der Versuch der Bundesregierung, mit geänderten Einkaufsregeln für Antibiotika die Abhängigkeit von Importen aus und zu verringern, verfehlt offenbar sein Ziel.

Seit zweieinhalb Jahren ist ein Gesetz in Kraft, das den Krankenkassen vorschreibt, bei ihren Ausschreibungen Wirkstoffe aus europäischer Fertigung zu bevorzugen. Nach Recherchen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ hat das bisher noch keinen Hersteller dazu bewegt, eine Produktionsanlage in der EU aufzubauen oder vorhandene Kapazitäten zu erweitern.

Zudem fällt es den Krankenkassen für viele Antibiotika-Wirkstoffe offenbar schwer, überhaupt einen europäischen Anbieter zu finden. Das ist seit dem Inkrafttreten des Gesetzes nur in knapp der Hälfte der Fälle gelungen; für eine Reihe von besonders häufig verschriebenen Antibiotika gingen die Bestellungen komplett nach Asien.

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Evaluation des vom damaligen Minister Karl Lauterbach (SPD) eingebrachten „Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetzes“ bis zum Ende des Jahres angekündigt.

Den vorliegenden Daten zufolge hat es die Zahl der insgesamt gemeldeten Lieferengpässe bisher nicht merklich gesenkt. Sie liegt nach Auskunft des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte zurzeit bei 553. „Es geht quer durchs Sortiment“, sagte Anke Rüdinger, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands, der FAS. „Wenn uns das alles im Winter fehlt, wird es schwierig.“

Siehe auch:  Fachkräftelücke bei medizinischen Fachangestellten sinkt deutlich
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Tabletten (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Gesetz zur Bevorzugung europäischer Antibiotika-Wirkstoffe zeigt keinen Erfolg bei der Produktion in der EU.
  • Krankenkassen finden oft keinen europäischen Anbieter für Antibiotika; Bestellungen gehen häufig nach Asien.
  • Evaluation des Arzneimittel-Lieferengpassgesetzes vom Bundesgesundheitsministerium bis Ende des Jahres angekündigt.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft: Bundesregierung, Krankenkassen, Hersteller von Antibiotika
  • Zielgruppen: Patienten, Apotheker, Arzneimittelproduzenten
  • Zahlen: 553 gemeldete Lieferengpässe, weniger als 50% der Antibiotika mit europäischen Anbietern, Evaluation bis Ende 2023

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Bundesregierung versucht, Abhängigkeit von Antibiotika-Importen zu reduzieren
  • Gesetz zur Bevorzugung europäischer Wirkstoffe hat bislang keine neuen Produktionsanlagen in der EU angestoßen
  • Schwierigkeiten der Krankenkassen, europäische Anbieter für viele Antibiotika zu finden

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Gesetz zur Bevorzugung europäischer Wirkstoffe bei Ausschreibungen
  • Evaluation des "Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetzes" bis Ende des Jahres
  • Aktuelle Anzahl der Lieferengpässe liegt bei 553

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