Regierung und EU-Kommission einigen sich auf Kraftwerksstrategie

15. Januar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaft: Neue Kraftwerksstrategie in Deutschland

/Brüssel () – Das Wirtschaftsministerium hat sich mit der EU-Kommission auf Eckpunkte für die deutsche Kraftwerksstrategie geeinigt. Das teilte das Ministerium unter Leitung von Katherina Reiche (CDU) am Donnerstag mit. Die Kraftwerksstrategie muss jedoch nach Vorlage eines Gesetzentwurfs noch abschließend von der Europäischen Kommission beihilferechtlich genehmigt werden.

Reiches Plan, neue Gaskraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 20 Gigawatt (GW) zu bauen, wurde in den Verhandlungen vorerst abgeschwächt. Zunächst sollen in diesem Jahr 12 Gigawatt steuerbare Kapazitäten ausgeschrieben werden. Als steuerbare Kapazitäten gelten beispielsweise flexible Kraftwerke, wie etwa Gaskraftwerke, Batterie-Großspeicher, Biogasanlagen, Wasserkraftwerke und Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen, die gedrosselt werden können, aber auch Industriebetriebe, die Lasten bei Stromknappheit reduzieren.

Für 10 Gigawatt der Ausschreibungen ist ein Langfristkriterium vorgesehen. Die dort bezuschlagten Kapazitäten müssen also über einen längeren Zeitraum am Stück Strom erzeugen können. Das geht beispielsweise über Gaskraftwerke. Bereits Reiches Vorgänger, Robert Habeck (Grüne), hatte den Bau von 12,5 Gigawatt neuer Gaskraftwerke geplant. Die Einigung der Bundesregierung mit der EU-Kommission sieht nun vor, dass spätestens im Jahr 2031 die Kapazitäten mit Langfristkriterium ihren Betrieb aufnehmen sollen.

In den Jahren 2027 und 2029/2030 sollen weitere Ausschreibungen für steuerbare Kapazitäten folgen, die spätestens im Jahr 2031 verfügbar sein müssen. Diese Ausschreibungen sollen auch für bestehende Anlagen offen sein.

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Sämtliche Kraftwerke, die im Rahmen der Kraftwerksstrategie gebaut werden, sollen wasserstofffähig sein und spätestens bis zum Jahr 2045 vollständig dekarbonisiert werden, so das Ministerium. Außerdem soll es Maßnahmen geben, um einen vorzeitigen Umstieg auf Wasserstoff anzureizen, so dass 2 Gigawatt Kraftwerksleistung 2040 und weitere 2 Gigawatt Kraftwerksleistung 2043 auf Wasserstoff umgestellt werden.

„Mit den kurzfristigen Ausschreibungen über zwölf Gigawatt neuer, zusätzlicher steuerbarer Leistung schaffen wir auch für die Zukunft die Grundlage für eine gesicherte Stromversorgung in und damit für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie“, sagte Reiche zu der Einigung. „Zugleich setzen wir den Startpunkt für einen umfassenden, technologieoffenen Kapazitätsmarkt, mit dem wir den Zubau weiterer Kraftwerke und anderer flexibler Kapazitäten anreizen. So sichern wir die Versorgungssicherheit und die Einhaltung unserer Klimaschutzziele gleichermaßen.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Ruhrgebiet (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Einigung auf Eckpunkte für die deutsche Kraftwerksstrategie zwischen Wirtschaftsministerium und EU-Kommission.
  • Ausschreibung von 12 Gigawatt steuerbaren Kapazitäten in diesem Jahr, mit 10 Gigawatt unter Langfristkriterium.
  • Alle neu gebauten Kraftwerke sollen wasserstofffähig sein und bis 2045 dekarbonisiert werden.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Zielgruppe: Industrie, Stromversorger, EU-Kommission
  • Regionen: Deutschland
  • Zahlen/Fristen: 12 GW Ausschreibungen in 2023, 10 GW Langfristkriterium bis 2031, 2 GW Wasserstoffumstellung bis 2040 und weitere 2 GW bis 2043, vollständige Dekarbonisierung bis 2045

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Einigung zwischen dem Wirtschaftsministerium und der EU-Kommission über die Kraftwerksstrategie
  • Geplante Errichtung von neuen Gaskraftwerken zur Stärkung der Stromversorgung
  • Fokus auf wasserstofffähige Kraftwerke und Dekarbonisierung bis 2045

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Wirtschaftsministerium hat sich mit der EU-Kommission auf Eckpunkte für die Kraftwerksstrategie geeinigt.
  • In diesem Jahr sollen 12 Gigawatt steuerbare Kapazitäten ausgeschrieben werden.
  • Alle neuen Kraftwerke müssen wasserstofffähig sein und bis 2045 dekarbonisiert werden.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH