Chef von Verteidigungsausschuss rechnet mit baldiger Wehrpflicht

25. Dezember 2025

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Politik Berlin: Rückkehr zur Wehrpflicht?

() – Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), rechnet mit einer Rückkehr zur Wehrpflicht noch in dieser Legislaturperiode.

„Mit dem Wehrdienst-Modernisierungsgesetz haben wir ein Instrument für den personellen Aufwuchs geschaffen“, sagte Röwekamp der „Welt“. „Ich habe allerdings weiterhin Zweifel, dass allein eine attraktivere freiwillige Dienstzeit reicht.“

Das Parlament werde im Jahr 2027 prüfen, ob die vereinbarten Zielzahlen erreichbar seien. „Ich persönlich rechne damit, dass wir noch in dieser Legislaturperiode zur Wehrpflicht zurückkehren müssen.“ Denn neben dem nötigen Aufwuchs müssten jedes Jahr 20.000 bis 30.000 Soldaten ersetzt werden, die aus der aktiven Truppe ausscheiden. „Die Weiterverpflichtung aus dem Wehrdienst ist dabei der einzig realistische Weg, die Zahl der Zeit- und Berufssoldaten zu erhöhen“, so der CDU-Politiker. „Deshalb ist es entscheidend zu sehen, wo wir 2027 stehen.“

Für die Auswahl der Rekruten im Fall einer Wehrpflicht hält Röwekamp ein Zufallsverfahren für „am transparentesten und gerechtesten“. Körperliche Kriterien seien nicht mehr zeitgemäß, „denn warum soll zum Beispiel jemand mit Übergewicht kein guter Drohnenpilot sein?“ Auch Tauglichkeit nach prognostizierten Bedarfen zum Beispiel an IT-Experten sei bei 18-Jährigen nur schwierig festzustellen. Die wichtigste Sicherheitsgarantie für die im Rahmen eines Friedenplans sei eine weiterhin schlagkräftige ukrainische Armee, sagte Röwekamp. Der europäische Vorschlag siehe vor, dass die Ukraine auch nach Kriegsende eine Armee von 800.000 Soldaten behält. „Das bleibt die erste Verteidigungslinie.“

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Die Bundeswehr werde sich in eine Friedenssicherung für die Ukraine einbringen. „Unsere Streitkräfte haben Fähigkeiten, die sie bereitstellen können – auch in der Ukraine“, so Röwekamp. „Es ginge dabei zum Beispiel um Air Policing, Ausbildung oder logistische Unterstützung.“ Eine dauerhafte Stationierung von mehreren Tausend Soldaten wie in erwartet der Verteidigungspolitiker nicht. Auch erkenne er aktuell „keinerlei Bereitschaft Russlands, sich in Richtung Frieden zu bewegen. Putin will die Ukraine militärisch besiegen – und Europa in eine nächste militärische Eskalation zwingen.“

Der AfD warf Röwekamp die „Anbiederung an einen verbrecherischen Aggressor“ vor. Die Partei ignoriere „die einzige reale Bedrohung in Europa: Russland“. Der CDU-Politiker kritisierte: „Die Bundeswehr ist für die AfD kein sicherheitspolitisches Instrument zur Landes- und Bündnisverteidigung, sondern eine Art Folklore-Verein mit undefiniertem Auftrag.“ Die AfD inszeniere sich „als vermeintliche Partei der Bundeswehr, bleibt aber jede Antwort schuldig, wie und gegen welche Bedrohung verteidigungsfähig werden soll“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Protest gegen Wehrpflicht (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Rückkehr zur Wehrpflicht wird für die laufende Legislaturperiode erwartet.
  • Prüfung der Zielzahlen im Jahr 2027.
  • Zufallsverfahren für die Auswahl von Rekruten wird als transparent und gerecht erachtet.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene Zielgruppe: junge Männer, potenzielle Rekruten
  • Region: Deutschland
  • Zeitraum: Rückkehr zur Wehrpflicht möglicherweise noch in dieser Legislaturperiode, Prüfung der Zielzahlen im Jahr 2027, jährlicher Ersatzbedarf von 20.000 bis 30.000 Soldaten

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Rückkehr zur Wehrpflicht wird als notwendig erachtet wegen personeller Herausforderungen der Bundeswehr.
  • Grundgesetzänderung zur Wehrpflicht wird angedacht, um die Zahl der Soldaten zu erhöhen.
  • Zweifel an der Effektivität einer rein freiwilligen Dienstzeit zur Rekrutierung von Soldaten.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Prüfung der Rückkehr zur Wehrpflicht noch in dieser Legislaturperiode
  • Umsetzung des Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes zur Erhöhung der Soldatenanzahl
  • Planung der Bundeswehrbeiträge zur Friedenssicherung in der Ukraine
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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