Ischinger warnt vor "Zerfall der EU"

1. Januar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Sicherheitspolitik in Europa: Herausforderungen und Lösungen

() – Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnt vor einer weiteren Schwächung oder gar „dem Zerfall der Europäischen Union“. Die europäische Idee sei für ihn „die größte und kostbarste Errungenschaft des 20. Jahrhunderts“, sagte er dem Nachrichtenportal T-Online.

Deutschlands wichtigste Aufgabe sei es, das europäische Projekt „nach innen und außen zu schützen und mit großen Initiativen neu zu beleben“, sagte der frühere Top-Diplomat. „Es gilt, das Europa der Integration durch ein Europa der Sicherheit zu ergänzen. Diese historische Aufgabe erzwingt eine enorme Kraftanstrengung und bedingt eine aktive deutsche Führungsrolle.“

Mit Blick auf die sicherheitspolitische Lage zeigte sich Ischinger besorgt. Wenn sich Europa „nicht mehr vollständig auf die USA und auf den Nato-Schutzschirm verlassen kann“, sei der Kontinent „denkbar schlecht für eine militärische Auseinandersetzung gerüstet“. Deshalb forderte er „eine massive Konsolidierung des europäischen Verteidigungsmarkts“, um diesen global wettbewerbsfähig zu machen. „Es ist dringend erforderlich, dass wir die europäische Kleinstaaterei überwinden.“

Zudem kritisierte Ischinger die sicherheitspolitische Entscheidungsunfähigkeit der EU aufgrund des Einstimmigkeitsprinzips. Notwendig sei „der Zusammenschluss derjenigen Länder, die Mehrheitsentscheidungen bevorzugen“. Diese müssten „das Kerneuropa bilden“, wie es Wolfgang Schäuble bereits vor 30 Jahren vorgeschlagen habe. Ein Europa der Integration könne „nicht automatisch auch ein Europa der Verteidigung, der Sicherheit sein“, sagte er. „Hier muss neu gedacht und im Sinne großer Initiativen gehandelt werden.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Wolfgang Ischinger (Archiv)

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  • Warnung vor Schwächung oder Zerfall der EU
  • Forderung nach aktiver deutscher Führungsrolle zur Stärkung des europäischen Projekts
  • Notwendigkeit der Konsolidierung des europäischen Verteidigungsmarkts und Bildung eines Kerneuropas für Mehrheitsentscheidungen

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  • Betroffene: Europäische Union, Deutschland
  • Stärke: Warnung vor Schwächung oder Zerfall der EU, Notwendigkeit einer aktiven deutschen Führungsrolle
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  • Notwendigkeit einer aktiven deutschen Führungsrolle zur Stärkung des europäischen Projekts
  • Forderung nach einer Konsolidierung des europäischen Verteidigungsmarkts und Überwindung der Entscheidungsunfähigkeit durch Mehrheitsentscheidungen
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