Rehlinger pocht auf Industriestrompreis von fünf Cent

6. November 2025

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftspolitik im Saarland: Industriestrompreis-Debatte

() – Vor dem Stahlgipfel bei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fordert die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) einen Industriestrompreis von fünf Cent. „Wir brauchen einen klaren Fahrplan für den Industriestrompreis und international wettbewerbsfähige Energiepreise von um die fünf Cent pro Kilowattstunde“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagausgabe).

Zudem müsse der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur und grüner Leitmärkte für grünen Stahl dringend beschleunigt werden. „Etwa durch `buy european`-Regelungen und eine Bevorzugung grünen Stahls aus bei staatlichen Vergaben beim Hochbau oder der Bahn“, so Rehlinger. Als drittes pochte die stellvertretende SPD-Vorsitzende auf „wirksame handelspolitische Schutzmechanismen gegen Dumpingpreise und staatlich subventionierte Überkapazitäten auf europäischer Ebene“. Allein im hängen 12.000 Arbeitsplätze direkt an der Stahlindustrie und etwa 20.000 weitere indirekt.

Die schwarz-rote Koalition will die Vergünstigung nach den bisherigen Plänen für 50 Prozent des benötigten Stroms gewähren. Sie soll im Januar 2026 in Kraft treten.

Noch weiter wollen die Grünen gehen: Sie fordern einen Industriestrompreis von fünf Cent für zwei Drittel des Verbrauchs. So heißt es in einem Papier des stellvertretenden Fraktionschefs Andreas Audretsch, der wirtschaftspolitischen Sprecherin Sandra Detzer und des ehemaligen Wirtschaftsstaatssekretärs Michael Kellner, über das die SZ berichtet. Im Gegenzug sollen die Firmen Standortgarantien abgeben und sich zum klimafreundlichen Umbau verpflichten.

Siehe auch:  Etwas mehr Erwerbstätige arbeiten im Homeoffice

Bei den Grünen hatte es in der Vergangenheit Befürworter sowie Gegner eines Industriestrompreises gegeben. Die Gegner argumentieren, dass die Energiewende behindert und der CO2-Ausstoß wieder steigen könnte, wenn Unternehmen deutlich weniger als zuletzt für Strom zahlen und so auch weniger Anreiz haben, effizienter zu arbeiten. Dass innerhalb der Bundestagsfraktion nun die Wirtschaftspolitiker vorpreschen, dürfte auch dem Wunsch geschuldet sein, der vielfältigen öffentlichen Kritik an den Grünen, der Energiewende und den hohen Strompreisen die Spitze zu nehmen.

Hinzu kommen sicherheitspolitische und wirtschaftsstrategische Erwägungen. „Niemand will dauerhafte Subventionen“, sagte Detzer der Zeitung. „Gleichzeitig will aber auch niemand ein Land, das bei Stahlimporten zu 100 Prozent abhängig ist vom Ausland.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Strommast (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Anke Rehlinger fordert einen Industriestrompreis von fünf Cent pro Kilowattstunde.
  • Die schwarz-rote Koalition plant eine Vergünstigung für 50 Prozent des benötigten Stroms ab Januar 2026.
  • Die Grünen fordern einen Industriestrompreis von fünf Cent für zwei Drittel des Verbrauchs, verbunden mit Standortgarantien.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Saarland: 12.000 direkte und 20.000 indirekte Arbeitsplätze in der Stahlindustrie
  • Industriestrompreis von 5 Cent gefordert für Januar 2026
  • Zielgruppe: Unternehmen in der Stahlindustrie und hochbau; Maßnahmen für europäischen Wettbewerbsschutz

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Forderung nach einem Industriestrompreis von fünf Cent pro Kilowattstunde
  • Dringlicher Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur und Bevorzugung von grünem Stahl
  • Notwendigkeit wirksamer handelspolitischer Schutzmechanismen gegen Dumpingpreise

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Forderung nach einem Industriestrompreis von fünf Cent pro Kilowattstunde
  • Beschleunigung des Aufbaus von Wasserstoffinfrastruktur und grünen Leitmärkten für grünen Stahl
  • Einführung von handelspolitischen Schutzmechanismen gegen Dumpingpreise auf europäischer Ebene
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)