Justizministerin rechnet nicht mit Palantir-Einsatz auf Bundesebene
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Politische Debatte über Palantir in Berlin
Berlin () – Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) erwartet, dass die umstrittenen Analyse-Programme des US-Unternehmens Palantir auf Bundesebene nicht zum Einsatz kommen werden. „Ich sehe nicht, dass Palantir für die Bundesbehörden kommt“, sagte Hubig der „Welt“.
Das zuständige Bundesinnenministerium erklärte auf Anfrage, weiterhin zu prüfen, welche Analyse-Software künftig bei der Polizeiarbeit zum Einsatz kommen soll. „Im Bund-Länder-Programm P20 wird derzeit geprüft, wie die Auswerte- und Analysefähigkeit beschleunigt im P20-Datenhausökosystem implementiert werden kann. In diesem Zusammenhang wird die Eignung und Verwendbarkeit verschiedener Softwarelösungen betrachtet“, sagte eine Sprecherin von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU).
Im Moment arbeitet die Bundesregierung an einer gesetzlichen Grundlage für automatisierte Datenanalyse in der Polizeiarbeit. Nach dem Willen der SPD soll dafür allerdings nicht Palantir zum Einsatz kommen. „Eine Einführung der bundesweiten Nutzung von Palantir wird es mit der SPD nicht geben“, sagte Johannes Schätzl, digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, der „Welt“. „Einem Gesetz, in dem das vorbereitend angelegt ist, kann ich nicht zustimmen.“
Auch in den Bundesländern wachsen die Absetzbewegungen. „Der Einsatz der amerikanischen Software Palantir schafft eine Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten mit unabsehbaren Folgen. Diese kritische Sicht wird nach meinem Eindruck inzwischen von einer deutlichen Mehrheit der Länder geteilt“, sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD), aktuell Vorsitzender der Innenministerkonferenz. Es werde aufmerksam nach anderen europäischen Anbietern Ausschau gehalten.
Die Polizeibehörden in Baden-Württemberg werden die „Gotham“-Software von Palantir voraussichtlich ab Mitte dieses Jahres nutzen. Man habe einen Fünf-Jahres-Vertrag bis ins Jahr 2030 geschlossen, sagte eine Sprecherin des CDU-geführten Innenministeriums. Die Nutzung von Palantir soll in Baden-Württemberg allerdings lediglich „eine Übergangslösung“ sein. Man versuche, mit geeigneten Partnern eine vergleichbare europäische Software zu entwickeln.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Stefanie Hubig und Alexander Dobrindt (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Bundesjustizministerin Stefanie Hubig erwartet keinen Einsatz von Palantir auf Bundesebene.
- Im Rahmen des Bund-Länder-Programms P20 wird die Eignung verschiedener Softwarelösungen geprüft.
- Polizeibehörden in Baden-Württemberg haben einen Fünf-Jahres-Vertrag für die Nutzung von Palantirs "Gotham"-Software bis 2030 abgeschlossen, jedoch ist dies nur eine Übergangslösung.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) spricht sich gegen Palantir auf Bundesebene aus
- Bundesländer prüfen Alternativen zu Palantir, Mehrheit der Länder sieht Abhängigkeit als kritisch an
- Baden-Württemberg plant Nutzung der "Gotham"-Software ab Mitte 2023 bis 2030 als Übergangslösung
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Bundesjustizministerin sieht keine Nutzung von Palantir auf Bundesebene
- SPD lehnt bundesweite Einführung von Palantir ab, um Abhängigkeiten zu vermeiden
- Bundesländer und Innenminister konzipieren alternative Lösungsansätze und kooperieren mit europäischen Anbietern
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Prüfung verschiedener Analyse-Software für die Polizeiarbeit
- Gesetzliche Grundlage für automatisierte Datenanalyse in der Polizeiarbeit wird erarbeitet
- Abwendung von Palantir in mehreren Bundesländern angestrebt
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
- Merz will KI-Verordnung komplett auf den Prüfstand stellen - 20. März 2026
- Steuereinnahmen im Februar gestiegen - 20. März 2026
- EU-Rat fordert Stopp der Angriffe auf Energieanlagen in Nahost - 19. März 2026

