Vermögensverwalter kritisieren Rentenpolitik der Bundesregierung

23. Januar 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaft: Kritische Stimmen zur Rentenpolitik in Berlin

() – Die beiden Chefs der deutschen Vermögensverwalter Union Investment und Lupus Alpha kritisieren die Rentenpolitik der Bundesregierung.

„Von der Frühstartrente hätte ich mir mehr erhofft: zehn Euro monatlich ab sechs Jahren sind zu wenig, um echte Wirkung zu entfalten“, sagte Ralf Lochmüller, Geschäftsführer des Fondshauses Lupus Alpha, dem Wirtschaftsmagazin Capital. Es müssten unbegrenzte Zuzahlungen möglich sein, forderte er. „Die Frühstartrente macht erst dann richtig Sinn, wenn man sie mit dem Altersvorsorgedepot zusammen denkt. Wir müssen die private Altersvorsorge von sechs bis 66 Jahre betrachten“, sagte Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment.

In den neuesten Statistiken zum Anlageverhalten der Deutschen sei erkennbar, dass jüngere Menschen in mittlerweile stärker am Kapitalmarkt vertreten seien. „Sie vertrauen der gesetzlichen Rente nicht mehr und wissen, dass sie vorsorgen müssen“, so Reinke. „Allerdings gehen sie oft direkt in alternative Anlagen oder Kryptowährungen, investieren also sehr riskant.“ Es fehle an finanzieller Bildung, was zu Fehlern führe, die später teuer werden könnten.

Die bisherigen Bundesregierungen haben aus Sicht Lochmüllers versagt, die Altersvorsorge zu reformieren. „Mittlerweile lautet für mich das Fazit: Die erste Säule, also die umlagefinanzierte gesetzliche Rente, lässt sich nicht reformieren. Zum Leidwesen der jungen Generation.“ Einen Staatsfonds, mit dessen Dividenden die aktuellen Renten gezahlt werden, hält er für unrealistisch. „Für diesen Weg ist es meines Erachtens zu spät, mit dem Aufbau eines Staatsfonds hätten wir vor 30 Jahren anfangen sollen, wie andere Länder auch“, so Lochmüller.

Siehe auch:  SPD drängt auf mehr Schutz für Juden

Während Reinke sich für eine Stärkung der privaten Altersvorsorge ausspricht, plädiert Lochmüller für eine verbesserte betriebliche Altersvorsorge: „Sie hat eine große Akzeptanz in der Bevölkerung. Hier muss es eine möglichst große Verbreitung geben, bis zu 90 Prozent.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Strand (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Kritik an der Rentenpolitik der Bundesregierung durch Vermögensverwalter.
  • Frühstartrente soll unbegrenzte Zuzahlungen ermöglichen.
  • Unzureichende finanzielle Bildung führt zu riskanten Investitionen bei jungen Menschen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Angestellte und junge Menschen in Deutschland
  • Mietreform betrifft die private Altersvorsorge und betriebliche Altersvorsorge
  • Zuzahlungen zur Frühstartrente sollten unbegrenzt möglich sein; Förderung der Altersvorsorge über längeren Zeitraum (6-66 Jahre)

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Unzureichende Gestaltung der Frühstartrente führt zu ungenügender Wirkung
  • Vertrauensverlust der jüngeren Generation in die gesetzliche Rente
  • Mangelnde finanzielle Bildung führt zu riskanten Anlageentscheidungen
  • Versäumnisse der bisherigen Bundesregierungen bei der Reform der Altersvorsorge
  • Zu spät für die Einführung eines Staatsfonds zur Rentenfinanzierung
  • Notwendigkeit der Stärkung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Forderung nach unbegrenzten Zuzahlungen zur Frühstartrente
  • Stärkung der privaten Altersvorsorge und betriebliche Altersvorsorge fördern
  • Verbesserung der finanziellen Bildung der jungen Generation
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)