EU-Kommission sieht Suchtgefahr bei Tiktok

6. Februar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaftliche Bedenken zu Tiktok in Brüssel

Brüssel () – Die Europäische Kommission hat Tiktok vorläufig als gegen den Digital Services Act verstoßend befunden.

Wie die Kommission am Freitag mitteilte, betreffe dies das „suchterzeugende Design“ der Plattform, das Funktionen wie unendliches Scrollen, Autoplay, Push-Benachrichtigungen und ein hochgradig personalisiertes Empfehlungssystem umfasse. Die Kommission stellte fest, dass Tiktok nicht ausreichend bewertet habe, wie diese Funktionen das physische und mentale Wohlbefinden der Nutzer, einschließlich Minderjähriger und schutzbedürftiger Erwachsener, beeinträchtigen könnten.

In ihrer Untersuchung kam die Kommission zu dem vorläufigen Schluss, dass Tiktok wichtige Indikatoren für den zwanghaften Gebrauch der App ignoriert habe. Dazu gehörten die nächtliche Nutzungsdauer von Minderjährigen, die Häufigkeit der App-Öffnungen und andere potenzielle Indikatoren. Die derzeitigen Maßnahmen von Tiktok, insbesondere die Bildschirmzeit-Management-Tools und die elterlichen Kontrollwerkzeuge, schienen nicht effektiv genug zu sein, um die Risiken des süchtig machenden Designs zu mindern.

Die Kommission fordert Tiktok auf, das grundlegende Design seines Dienstes zu ändern. Dazu gehöre das schrittweise Deaktivieren von Schlüsselfunktionen wie dem unendlichen Scrollen, die Einführung effektiver Bildschirmzeitpausen, auch nachts, und die Anpassung des Empfehlungssystems. Tiktok habe nun die Möglichkeit, sein Recht auf Verteidigung auszuüben und schriftlich auf die vorläufigen Feststellungen der Kommission zu antworten. Sollte die Kommission ihre Ansichten letztlich bestätigen, könnte sie eine Entscheidung über die Nichteinhaltung treffen, die eine Geldstrafe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Anbieters nach sich ziehen könnte.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Tiktok-Logo (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Tiktok wurde vorläufig als Verstoß gegen den Digital Services Act befunden.
  • Kritisiert wird das suchterzeugende Design, das unendliches Scrollen und personalisierte Empfehlungen umfasst.
  • Tiktok muss grundlegende Designänderungen vornehmen, darunter die Deaktivierung von unendlichem Scrollen und die Einführung effektiver Bildschirmzeitpausen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • TikTok, betroffen durch den Digital Services Act
  • Minderjährige und schutzbedürftige Erwachsene, besonders betroffen
  • Mögliche Geldstrafe bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • süchterzeugendes Design der Plattform
  • unzureichende Bewertung der Auswirkungen auf physisches und mentales Wohlbefinden
  • ineffektive Maßnahmen von Tiktok gegen zwanghaften Gebrauch
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH