GD-Vorsitzender gegen Kontaktverbot der AfD zu Martin Sellner

11. Februar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Kontroversen in der Berliner Politik

() – Der Chef der AfD-Jugendorganisation „Generation „, Jean-Pascal Hohm, spricht sich dafür aus, dass AfD-Politiker weiter mit dem umstrittenen Aktivisten Martin Sellner auftreten dürfen. „Wichtig ist, dass wir weiter auf Podien sitzen und Debatten führen können, etwa auf Einladung Dritter“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). „Ein Kontaktverbot wäre falsch, ließe sich kaum durchhalten und auch nicht durchsetzen.“

Der Bundesvorstand der Partei hatte am Montag per Beschluss alle Verbände und Mitglieder aufgefordert, keine „Parteiveranstaltungen“ mit Sellner durchzuführen. Es wurde auf zwei Positionspapiere verwiesen, die die Haltung der Partei zum Begriff „Remigration“ und zum deutschen Staatsvolk definieren. Das war als Abgrenzung von Sellner zu verstehen. Wie laut FAZ aus AfD-Kreisen verlautete, hatte die Parteiführung sich klarer von Sellner abgrenzen wollen, dies in dem Beschluss aber nicht getan, um Sellner-Anhänger nicht weiter gegen sich aufzubringen.

Demnach lässt der Beschluss weiter Veranstaltungen der AfD-Fraktionen mit Sellner oder öffentliche Debatten mit ihm auf dessen Einladung zu. Hohm sagte der FAZ zwar, er plane solche Veranstaltungen nicht. „Veranstaltungen wie die von Frau Kotré und Herrn Sellner sind weder von mir als Abgeordnetem noch von der Generation Deutschland vorgesehen.“ Hohm ist auch Abgeordneter im Landtag ; seine Fraktionskollegin Lena Kotré war im Januar einer Einladung Sellners zum Gespräch gefolgt.

Seinen Verzicht darauf, Sellner einzuladen, begründete Hohm allerdings nicht mit dessen Positionen. Vielmehr berief er sich auf eine Art Arbeitsteilung zwischen Partei und aktivistischem Vorfeld. „Mit Projekthygiene können wir Patrioten mehr erreichen. Partei und Vorfeld haben im patriotischen Mosaik unterschiedliche Aufgaben, die sie erfüllen müssen“, sagte Hohm. Das ist eine verbreitete Einschätzung in Partei und Vorfeld. Danach können Aktivisten die Grenzen des Sagbaren radikaler verschieben, als es Parteifunktionären möglich ist. Damit sollen sie den Weg bereiten, den die Partei dann beschreiten kann.

Siehe auch:  Streeck bei Social-Media-Verbot skeptisch
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Martin Sellner (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • AfD-Jugendchef Jean-Pascal Hohm fördert Auftritte von Martin Sellner auf Podien.
  • Der Bundesvorstand der AfD verbietet keine Veranstaltungen mit Sellner, sondern fordert zur Abgrenzung auf.
  • Hohm plant keine Veranstaltungen mit Sellner, begründet dies jedoch nicht mit dessen Positionen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • AfD Mitglieder und Verbände; immer noch erlaubt, Veranstaltungen mit Sellner durchzuführen
  • Region: Deutschland; insbesondere in Brandenburg durch Abgeordneten Hohm
  • Fristen: Beschluss am Montag, Entscheidungen zur Durchführung offen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Abgrenzung der AfD vom umstrittenen Aktivisten Martin Sellner
  • Unterstützung von Debatten und Podien trotz interner Kontroversen
  • Unterschiedliche Aufgaben von Partei und aktivistischem Vorfeld

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Bundesvorstand fordert keine "Parteiveranstaltungen" mit Martin Sellner durchzuführen
  • Erlaubt weiterhin Veranstaltungen der AfD-Fraktionen mit Sellner oder öffentliche Debatten
  • Abgeordnete Jean-Pascal Hohm plant keine Veranstaltungen mit Sellner, beruft sich auf Arbeitsteilung zwischen Partei und aktivistischem Vorfeld

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