Kassenärzte erwarten Proteste gegen Sparmaßnahmen

1. April 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesundheitspolitik in Berlin: Sparmaßnahmen und Proteste

() – Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, rechnet mit Protesten der Ärzteschaft gegen die drohenden Sparmaßnahmen im ambulanten Bereich. Das sagte er dem Nachrichtenmagazin Politico.

Am Montag präsentierte die Finanzkommission von Gesundheitsministerin Nina Warken 66 Vorschläge, um die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu entlasten. Das gesamte Sparpotenzial ihres Berichts belief sich auf über 42 Milliarden Euro, obwohl laut Experten nur um die 15 Milliarden eingespart werden müssen, um die Beiträge stabil zu halten. Auf die ärztliche Versorgung entfielen Vorschläge in Höhe von rund fünf Milliarden Euro.

„Bei den Ärzten wird von der ohnehin zu geringen Vergütung jetzt noch was abgeknapst“, sagte Gassen. Er fügte hinzu, dass „logischerweise sich da Aktionen entwickeln werden“. Das sei nicht Sache seiner Körperschaft, aber „das werden die Berufsverbände organisieren“. Zuletzt hatte die Apothekerschaft am 23. März einen bundesweiten Protesttag durchgeführt und ein höheres Apothekenfixum von 9,50 Euro gefordert.

Laut Gassen ist die Situation für die Ärzte aber eine grundlegend andere: „Hier geht es nicht darum, dass eine Erhöhung nicht hoch genug ist. Sondern hier geht es darum, dass Honorar abgeknappst wird und zwar in erheblichem Umfang“, sagte der KBV-Chef. „Wir haben ja gerade erlebt, dass die (Vergütungen für) Psychotherapeuten um 4,5 Prozent abgesenkt werden. Das stelle man sich mal bei einer anderen Berufsgruppe in vor.“

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Gassen warnte, dass die Kürzungen zu einem verringerten Leistungsangebot führten. Denn man könne nicht erwarten, dass Ärzte für weniger Geld mehr arbeiten würden. „Das klingt nicht nur idiotisch, das ist es auch.“ Das hat laut dem KBV-Chef auch Konsequenzen für die Patienten: Es gebe dann „auf jeden Fall längere Wartezeiten“. Die durchschnittliche Wartezeit für einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte lag im Jahr 2024 bei 42 Tagen – neun Tage mehr als 2019. Warken will die Wartezeit mit ihrer Primärversorgungsreform verkürzen. Ein Referentenentwurf wird zeitnah erwartet.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Ärztehaus (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Proteste der Ärzteschaft gegen Sparmaßnahmen im ambulanten Bereich werden erwartet
  • Vorschläge der Finanzkommission zur Entlastung der GKV belaufen sich auf über 42 Milliarden Euro
  • Psychotherapeutenvergütungen wurden um 4,5 Prozent abgesenkt

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft Ärzte und Patienten in Deutschland
  • Sparmaßnahmen von über 42 Milliarden Euro, davon 5 Milliarden Euro auf ärztliche Versorgung
  • durchschnittliche Wartezeit für Facharzttermine 42 Tage im Jahr 2024, 9 Tage länger als 2019

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Proteste der Ärzteschaft gegen drohende Sparmaßnahmen im ambulanten Bereich
  • Vorschläge zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung belaufen sich auf über 42 Milliarden Euro, davon rund 5 Milliarden Euro auf die ärztliche Versorgung
  • Kürzungen in den Honoraren führen zu verringertem Leistungsangebot und längeren Wartezeiten für Patienten

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Präsentation von 66 Vorschlägen zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung
  • Geplante Einsparungen von fünf Milliarden Euro im Bereich der ärztlichen Versorgung
  • Kürzungen der Vergütungen für Psychotherapeuten um 4,5 Prozent
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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