Sportmediziner Müller-Wohlfahrt denkt nicht ans Aufhören

5. April 2026

Sport - aktuelle Fakten und Einordnung

Sportmedizin in München: Nachhaltige Heilkunst

() – Deutschlands wohl bekanntester Sportmediziner Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt denkt auch im hohen Alter nicht ans Aufhören. „Ich arbeite so lange, bis mir der Himmel signalisiert: Es ist genug“, sagte der langjährige Teamarzt des FC München dem „Spiegel“. Im Sommer wird er 84 Jahre alt.

Über Jahrzehnte behandelte Müller-Wohlfahrt einige der größten Namen des Sports, darunter Sprinter Usain Bolt, Rennfahrer Sebastian Vettel und Boxer Wladimir Klitschko. Noch heute reisen Athleten aus aller Welt in seine Praxis in der Münchner Altstadt – oder er fliegt selbst zu ihnen.

Seinen Ruf begründete Müller-Wohlfahrt vor allem mit einer Methode, die im Zeitalter der Hightech-Medizin fast altmodisch wirkt: dem Tasten. „Meine Hände sind das wichtigste Instrument“, so der Arzt. Er verlasse sich nicht primär auf MRT-Bilder – diese lägen bei Muskelverletzungen „zu mehr als 50 Prozent falsch“. Stattdessen setze er auf Erfahrung und Wahrnehmung: Ein einmal ertasteter Muskelfaserriss lasse sich immer wieder sicher erkennen.

Internationale Aufmerksamkeit brachte ihm unter anderem die Behandlung des Basketballstars Kobe Bryant, der ihn weiterempfahl. Auch Bolt vertraute ihm über Jahre hinweg – selbst kurz vor den Olympischen Spielen 2016, als er mit Muskelproblemen kämpfte. Müller-Wohlfahrt reiste kurzfristig an und behandelte ihn in Rio de Janeiro. Bolt gewann später Gold über 100 Meter und soll gesagt haben: „Doc, diese Medaille gehört dir.“

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Geprägt habe ihn seine Herkunft aus einem Pfarrhaus in Ostfriesland, sagte Müller-Wohlfahrt. Sein Vater habe ihn zur Nächstenliebe und zum Dienen erzogen und habe dem Arztberuf skeptisch gegenübergestanden. „Er fürchtete, der Arztberuf könne meinen Charakter verderben“, so Müller-Wohlfahrt, der sein Abitur nur mit Mühe bestand und dennoch einen Studienplatz erhielt.

Kritisch äußerte sich der Mediziner über den Zustand seines Fachs. Viele Ärzte verließen sich zu sehr auf Technik und nähmen sich zu wenig Zeit für Patienten. „Ein Gespräch dauert im Schnitt 18 Sekunden“, sagte er. Vertrauen und Zuwendung seien jedoch zentral für die Heilung.

Auch Konflikte aus seiner Zeit beim FC Bayern wirken nach. Nach einem Zerwürfnis mit dem damaligen Trainer Pep Guardiola trat Müller-Wohlfahrt 2015 zurück. Ihm sei damals die Schuld an einer Niederlage gegeben worden. Es hieß, er ließe Spieler zu lange pausieren – „völlig absurd“, wie er sagte. Der Rückhalt vom Club habe gefehlt.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Fahrradergometer für Belastungs-EKG (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt wird im Sommer 84 Jahre alt.
  • Er kritisiert, dass viele Ärzte sich zu sehr auf Technik verlassen und für Gespräche zu wenig Zeit nehmen.
  • Müller-Wohlfahrt trat 2015 nach einem Zerwürfnis mit Trainer Pep Guardiola zurück.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft Sportler weltweit, insbesondere Sprinter, Rennfahrer und Boxer
  • Altersgruppe: ältere Athleten und Professionals im Sportbereich, ab ca. 30 Jahren
  • Bezug zu München, eingeschränkte Techniken bei der Behandlung, keine konkreten Zahlen oder Fristen angegeben

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Hoher Altersdurchschnitt von 84 Jahren, dennoch weiter aktiv im Beruf
  • Langjährige Erfahrung mit bekannten Sportarten und Athleten, persönliche Behandlungen
  • Kritik an der modernen Medizin, zu große Abhängigkeit von Technologie und mangelnde Patientenzuwendung

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

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