Umweltminister: Industrie soll für Abwasserreinigung zahlen

6. April 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Umweltpolitik in Berlin: Verantwortung der Industrie

() – Umweltminister Carsten Schneider (SPD) will, dass die Pharma- und Kosmetikindustrie dafür aufkommt, die Rückstände ihrer Produkte in Kläranlagen aus dem Wasser zu filtern.

„Dass mit der Einführung der 4. Reinigungsstufe in Kläranlagen Mikroschadstoffe im Wasser reduziert werden sollen, ist ein großer Gewinn für den Gewässerschutz und die Gesundheit“, sagte Schneider den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Bei der Frage, ob die Verbraucher die Mehrkosten bezahlen sollen oder die Pharma- und Kosmetikindustrie, habe ich eine klare Haltung: Das muss die Industrie bezahlen.“

Schneider positioniert sich damit in einem Streit um die Umsetzung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL). Die ist seit 2025 in Kraft und sieht vor, dass Kläranlagen, in denen das Wasser von mehr als 150.000 Menschen geklärt wird, eine neue, vierte Stufe der Behandlungen einführen müssen. Damit sollen sogenannte Mikroschadstoffe aus dem Wasser geholt werden, die unter anderem über Medikamente und Kosmetik ins Wasser kommen.

Nach dem Verursacherprinzip soll 80 Prozent der Kosten dafür die Industrie tragen – doch dagegen regt sich jetzt im Europaparlament Widerstand, unter anderem von der EVP.

Das Bundesumweltministerium arbeitet derzeit an der Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht. Schneider ist dafür, die finanzielle Verantwortung bei der Industrie zu belassen. „Denn sie ist für die Mikroschadstoffe verantwortlich und sie hat es in vielen Fällen auch in der Hand, besser abbaubare Produkte zu entwickeln“, sagte der SPD-Politiker den Funke-Zeitungen. „Die Verbraucher mit höheren Wasserkosten zu belasten, halte ich für falsch.“ Wasser sei Lebensgrundlage, das dürfe man nicht unnötig verteuern.

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„Wer Stoffe in den Markt bringt, die unsere Gewässer und damit letztlich auch unser Trinkwasser belasten, muss auch Verantwortung für deren Beseitigung übernehmen“, findet Schneider. Das wolle man jetzt möglichst schlank und abgestimmt zwischen den Mitgliedstaaten umsetzen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Kläranlage (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Umweltminister Carsten Schneider fordert, dass die Pharma- und Kosmetikindustrie für die Filtration von Rückständen in Kläranlagen aufkommt.
  • Die EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verpflichtet Kläranlagen ab 2025 zur Einführung einer vierten Reinigungsstufe zur Reduzierung von Mikroschadstoffen.
  • Schneider betont, dass 80 Prozent der Kosten nach dem Verursacherprinzip von der Industrie getragen werden sollen, was im Europaparlament auf Widerstand stößt.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft Pharma- und Kosmetikindustrie
  • Kostenverteilung: 80 % der Kosten sollen von der Industrie getragen werden
  • Frist: Umsetzung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) ab 2025 für Kläranlagen mit über 150.000 Einwohnern

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Einführung der 4. Reinigungsstufe in Kläranlagen zur Reduktion von Mikroschadstoffen
  • Bundesumweltminister fordert, dass Pharma- und Kosmetikindustrie für Filtration und Beseitigung der Schadstoffe aufkommt
  • Widerstand im Europaparlament gegen Verursacherprinzip, das 80% der Kosten der Industrie zuweist

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Pharma- und Kosmetikindustrie soll für die Filtration von Rückständen in Kläranlagen aufkommen
  • 80 Prozent der Kosten sollen laut Verursacherprinzip von der Industrie getragen werden
  • Bundesumweltministerium arbeitet an der Umsetzung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie in deutsches Recht
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