Justizministerin fordert Entkriminalisierung von Schwarzfahren

7. April 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Justizreform in Deutschland: Schwarzfahren entkriminalisieren

() – Angesichts überlasteter Gerichte und Gefängnisse plädiert Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) für ein Ende der strafrechtlichen Verfolgung von Fahrgästen ohne gültiges Ticket.

„Aus meiner Sicht sprechen gute Gründe für eine Entkriminalisierung“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz). Die bisherige Praxis der Ersatzfreiheitsstrafen stelle die Sinnhaftigkeit der aktuellen Gesetzgebung infrage. „Gehören Menschen, die sich keinen Fahrschein leisten können und schließlich mit einer Ersatzfreiheitsstrafe im Gefängnis landen, wirklich dorthin?“, zitiert noz die Ministerin weiter.

Hubig verwies auch auf die Belastungen für Behörden durch die Strafverfolgung. „Die Verfahren binden viele Ressourcen in der Justiz, die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnten“, sagte sie noz. Die schwarz-rote Koalition habe vereinbart, das Strafrecht zu modernisieren. Dabei müsse dann auch die Strafwürdigkeit des Schwarzfahrens einer kritischen Prüfung unterzogen werden.

Fahren ohne Fahrschein gilt als Erschleichen von Leistungen und ist damit nach Strafgesetzbuch Paragraf 265a eine Straftat. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik gab es zuletzt 2024 mehr als 144.000 Fälle, in denen die Polizei tätig wurde.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Stefanie Hubig (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Bundesjustizministerin Stefanie Hubig plädiert für ein Ende der strafrechtlichen Verfolgung von Fahrgästen ohne gültiges Ticket.
  • Die aktuelle Praxis der Ersatzfreiheitsstrafe wird als fragwürdig angesehen.
  • Strafrecht der schwarz-roten Koalition soll modernisiert werden, einschließlich Prüfung der Strafwürdigkeit des Schwarzfahrens.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft Fahrgäste ohne gültiges Ticket
  • betrifft Deutschland
  • 2024 mehr als 144.000 Fälle laut Polizeilicher Kriminalstatistik

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Überlastung der Gerichte und Gefängnisse
  • Ressourcenbindung der Strafverfolgung, die effizienter eingesetzt werden könnte
  • Sinnhaftigkeit der Ersatzfreiheitsstrafen für Personen ohne Fahrschein in Frage gestellt

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Überprüfung der Strafwürdigkeit des Schwarzfahrens
  • Plädoyer für Entkriminalisierung von Fahrgästen ohne gültiges Ticket
  • Modernisierung des Strafrechts in der schwarz-roten Koalition
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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