Ramelow fordert intensivere Holocaust-Erinnerungskultur

8. April 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Antisemitismus und Erinnerungskultur in Deutschland

() – Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow sieht die Ursache für Antisemitismus in der Linken wie auch außerhalb der Partei in der nachlassenden Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus. „Wenn 40 Prozent unserer Bevölkerung mit dem Begriff Auschwitz nichts mehr anfangen können, dann ist etwas ins Rutschen geraten“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk “ mit Blick auf die Einsicht der Nachkriegsgeneration, dass der Staat auch eine Folge des Holocaust ist.

„Ein Teil der jungen Leute übernimmt dabei sogar Argumente der arabischen Seite und sagt: Dann sind wir ja schuld, dass es den Palästinensern so schlecht geht.“ Wer dann kein Wort mehr zur Hamas und zur Hisbollah verliere, sei völlig falsch unterwegs. „Da fehlt es auch an Wissen – etwa darüber, wie Hamas und Hisbollah mit dem Thema Gleichberechtigung von Männern und Frauen umgehen. Sie verkörpern eine sehr autoritäre Form von religiösem Fanatismus. Und das Autoritäre wird oft völlig ausgeblendet.“

Ramelow sagte, dass das Antisemitismus-Problem keines sei, das seine Partei allein betreffe. „Die Bewertung der Lage im Nahen Osten und die Entstehungsgeschichte Israels sind mittlerweile ein Generationsthema.“ Angesichts des für Juni geplanten Parteitags in Potsdam meinte er: „Wir sollten uns in aller inhaltlichen Klarheit mit dem Thema auseinandersetzen.“ Er hoffe darauf, dass es gelinge, einen Prozess des Nachdenkens einzuleiten – und zwar darüber, wofür die emanzipatorische Linke stehe. „Das können wir aber nicht loslösen von der real existierenden Judenfeindlichkeit in Deutschland. Das wäre ein schwerer Fehler.“ Er selbst habe sich im Übrigen „entschieden, diesen Konflikt auszuhalten. Und ihn auszuhalten heißt, ihn mitzugestalten“.

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Ramelow hatte sich mehrfach gegen Antisemitismus in den eigenen Reihen gewandt und war dafür intern auch mehrfach angegriffen worden.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bodo Ramelow (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Bodo Ramelow sieht nachlassende Erinnerung an NS-Verbrechen als Ursache für Antisemitismus.
  • 40 Prozent der Bevölkerung können mit dem Begriff Auschwitz nichts anfangen.
  • Ramelow fordert intensivere Auseinandersetzung mit Antisemitismus und der Geschichte Israels auf dem bevorstehenden Parteitag in Potsdam.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: Linke Partei, junge Menschen
  • Region: Deutschland
  • Zahlen/Fristen: 40 Prozent der Bevölkerung wissen nicht, was Auschwitz ist; Parteitag im Juni in Potsdam

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus auf dem Parteitag im Juni planen
  • Prozess des Nachdenkens über die emanzipatorische Linke einleiten
  • Bewusstsein für Judenfeindlichkeit in Deutschland schärfen
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