Union lehnt Sexualstrafrecht als Pflichtstoff im Jura-Studium ab

9. April 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Juristische Ausbildung und Sexualstrafrecht in Berlin

() – Die Union im Bundestag hat eine Aufnahme des Sexualstrafrechts in die Juristen-Ausbildung abgelehnt.

„Das Sexualstrafrecht ist zweifellos ein sensibles und praktisch bedeutsames Rechtsgebiet“, sagte Rechtspolitikerin Susanne Hierl (CSU) der „Welt“ (Freitagausgabe). „Aber wir dürfen die juristische Ausbildung nicht mit immer neuen Pflichtvorgaben überfrachten. Eine exzellente juristische Ausbildung lebt vom methodischen Fundament.“ Sie forderte, den Fakultäten den „Freiraum“ zu lassen, Schwerpunkte selbst zu setzen, „statt die Ausbildung durch starre staatliche Vorgaben zu verengen“.

Anders sieht es die Rechtspolitikerin Carmen Wegge (SPD). „Das Jura-Studium ist der richtige Ansatzpunkt, um den Opferschutz zu verbessern und zu einer gerechteren Rechtsprechung zu kommen“, sagte sie der Zeitung. Wer später in Strafverfolgungsbehörden, Gerichten oder als Strafverteidiger arbeite, müsse sich mit dem Thema befassen.

Die sogenannte „Istanbul-Konvention“, also die Europaratskonvention zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, sollte aus Wegges Sicht „spätestens zum 2. Examen Pflichtstoff sein“. Im Hörsaal sollte es dabei eine „sichere Lernumgebung“ für Betroffene geben.

Wegge würde es „begrüßen, wenn sich die nächste Justizministerkonferenz genau mit diesem Thema beschäftigen würde und eine Antwort auf diese Herausforderung findet“. Der Bund werde das unterstützend begleiten, sagte sie. „Die Hoheit über die Ausgestaltung des Studiums liegt allerdings allein bei den Ländern.“

Siehe auch:  Ölkrise: Grüne wollen Maßnahmen "ohne ideologische Scheuklappen"
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Das Strafgesetzbuch in einer Bibliothek (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Union im Bundestag lehnt Aufnahme des Sexualstrafrechts in die Juristen-Ausbildung ab
  • Carmen Wegge (SPD) fordert, dass Jura-Studium zur Verbesserung des Opferschutzes beiträgt
  • Wegge plädiert dafür, die Istanbul-Konvention spätestens zum 2. Examen als Pflichtstoff zu integrieren

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft Jurastudenten und Rechtspolitiker
  • starke Meinung von der CSU gegen neue Vorgaben, Forderung nach Freiraum für Fakultäten
  • SPD fordert Integration des Sexualstrafrechts bis spätestens zum 2. Examen, Bezug auf Istanbul-Konvention

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Ablehnung der Aufnahme des Sexualstrafrechts in die Juristenausbildung durch die Union
  • Forderung nach Freiraum für Fakultäten zur selbstständigen Schwerpunktsetzung
  • Notwendigkeit der Berücksichtigung von Opferschutz und gerechterer Rechtsprechung aus Sicht der SPD

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Union im Bundestag lehnt Aufnahme des Sexualstrafrechts in die Juristenausbildung ab
  • Carmen Wegge (SPD) fordert, dass Thema in Jura-Studium zu integrieren
  • Justizministerkonferenz soll sich mit dem Thema beschäftigen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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