SPD: Finanzbehörden waren Bürokraten der Verfolgung im Nationalsozialismus

8. Mai 2026

Regional - Schleswig-Holstein - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesellschaft: Aufarbeitung der NS-Zeit in Schleswig-Holstein

() – Die schleswig-holsteinischen Finanzbehörden haben im Nationalsozialismus eine zentrale Rolle bei der Entrechtung, Ausbeutung und Deportation von Juden, Sinti und Roma gespielt. Das hat die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies in einer Rede im Landtag thematisiert.

Anlass war die gemeinsame Beratung eines mündlichen Berichts und eines Forschungsberichts zur Rolle der Finanzbehörden in der NS-Zeit.

Raudies, die selbst Finanzbeamtin ist, zeigte sich erschüttert über die Ergebnisse der Untersuchung. Der Bericht lege schonungslos offen, wie aus einem regulären Verwaltungsapparat ein Instrument der Verfolgung wurde.

Mit dem Steueranpassungsgesetz von 1934 seien Finanzbeamte verpflichtet worden, Steuergesetze nach der nationalsozialistischen Weltanschauung auszulegen. Die Finanzverwaltung sei gleichgeschaltet worden, das Oberfinanzpräsidium Nordmark in Kiel habe direkt dem Reichsfinanzministerium unterstanden.

Besonders perfide sei gewesen, dass die Betroffenen nach dem Krieg in den Wiedergutmachungsverfahren oft auf dieselben Beamten trafen, die für die Ausplünderung verantwortlich waren.

Raudies zog aus dem Bericht zentrale Lehren für das heutige Verwaltungshandeln. Bürokratie dürfe nicht neutral sein, Behörden müssten jede Form von Diskriminierung im Keim ersticken und Beamte müssten ihre moralische Eigenverantwortung über den bloßen Dienst nach Vorschrift stellen.

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Die Erkenntnisse der Studie sollen in die Aus- und Fortbildung der Finanzbeamten einfließen.

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Finanzbehörden in Schleswig-Holstein spielten im Nationalsozialismus zentrale Rolle bei Entrechtung und Deportation.
  • Steueranpassungsgesetz von 1934 verpflichtete Finanzbeamte zur Auslegung von Steuergesetzen nach nationalsozialistischer Weltanschauung.
  • Erkenntnisse der Studie sollen in Aus- und Fortbildung der Finanzbeamten integriert werden.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: Juden, Sinti und Roma
  • Betroffene Regionen: Schleswig-Holstein, Deutschland
  • Zeitraum: Nationalsozialismus, 1934 bis nach dem Krieg

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Rolle der Finanzbehörden im Nationalsozialismus bei der Entrechtung und Deportation von Juden, Sinti und Roma.
  • Gleichschaltung der Finanzverwaltung nach nationalsozialistischer Weltanschauung durch das Steueranpassungsgesetz von 1934.
  • Wiedergutmachungsverfahren plagen die Betroffenen mit denselben Beamten, die für die Ausplünderung verantwortlich waren.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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