EU-Staatschefs drängen Selenskyj zu Korruptionsaufklärung
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Korruptionsskandal belastet Ukraine und EU Beziehungen
Kiew () – Die Korruptionsaffäre in der Ukraine belastet zunehmend das politische Verhältnis zwischen der Ukraine und der Europäischen Union. Mehrere europäische Regierungschefs drängen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die Vorwürfe vorbehaltlos aufzuklären und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen, berichtet die „Zeit“.
Im Rahmen der Affäre war vergangene Woche der ehemalige Präsidentenberater Andrij Jermak festgenommen worden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) meldete sich danach persönlich bei Selenskyj und machte in einem ausführlichen Telefongespräch deutlich, dass die Ukraine mit der Korruptionsaffäre an einem Scheideweg stehe. Ähnliche Gespräche führten der französische Staatspräsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Wenn die Ukraine eine Perspektive auf einen EU-Beitritt haben wolle, dann müsse rechtsstaatlich aufgeklärt werden, wie weit die Affäre in die Spitze des Staates reiche, hieß es.
Nach den Ermittlungen der ukrainischen Antikorruptionsbehörde sollen mehrere Ex-Minister in die Affäre verwickelt sein. Ein Ring von hochrangigen Ukrainern im Umfeld von Selenskyj soll offenbar mehr als 112 Millionen Dollar an Schmiergeldern rund um Auftragsvergaben des größten staatlichen Energiekonzerns der Ukraine kassiert haben. Vergangene Woche nahmen die Ermittler Jermak, Selenskyjs langjährigen engsten Vertrauten und Berater, fest. Gegenüber der „Zeit“ wies Jermaks Anwalt sämtliche Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten seien „falsch“.
Harsche Kritik übte der ehemalige deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) an der offenkundigen Bestechlichkeit von Teilen der ukrainischen Eliten, durch die Energieprojekte verzögert wurden. Korruption sei immer ein riesiges Problem, sagte Habeck der „Zeit“. Aber in dieser Situation das Werk der Russen zu tun, das sei ehrlos.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Wolodymyr Selenskyj (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Korruptionsaffäre in der Ukraine belastet das Verhältnis zur EU.
- Ex-Präsidentenberater Andrij Jermak wurde festgenommen.
- Europäische Regierungschefs fordern umfassende Aufklärung der Vorwürfe.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betrifft: Ukraine, Europäische Union, Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, europäische Regierungschefs
- Zielgruppen: politische Eliten, EU-Beitrittskandidaten, Bürger der Ukraine und der EU
- Zahlen/Fristen: 112 Millionen Dollar Schmiergelder, Vorwürfe müssen umgehend aufgeklärt werden
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Korruptionsaffäre belastet das Verhältnis zwischen der Ukraine und der EU
- Dringender Appell der EU-Regierungschefs zur Aufklärung und Konsequenzen
- Verwicklung mehrerer Ex-Minister und erheblicher Schmiergelder im Energiebereich
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Vorwürfe zur Korruption werden aufgeklärt
- Regierungschefs fordern Konsequenzen für die Ukraine
- Ehemaliger Berater Jermak wurde festgenommen
- CDU will Kinder mehr an Pflegekosten ihrer Eltern beteiligen - 30. Mai 2026
- Weber pocht auf Ausbau der Atomenergie - 30. Mai 2026
- Weber drängt CSU zu Neuausrichtung - 30. Mai 2026
