Studie: Strukturwandel macht Ernährungssystem krisenanfälliger
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Strukturwandel in der Lebensmittelwirtschaft Deutschland
Freiburg () – Die Lebensmittelverarbeitung in Deutschland durchläuft einen tiefgreifenden Strukturwandel, der das gesamte Ernährungssystem krisenanfälliger macht.
Das ergab eine Studie der Humboldt-Professur für Nachhaltige Ernährungswirtschaft an der Universität Freiburg, wie die Hochschule am Freitag mitteilte. Die Zahl der Unternehmen in der Lebensmittelverarbeitung ist demnach zwischen 2002 und 2022 bundesweit um 44 Prozent auf rund 25.000 gesunken, im Bäcker- und Fleischerhandwerk sogar um bis zu 60 Prozent.
Gleichzeitig konzentrieren große Industrieunternehmen und Handelskonzerne zunehmend Marktanteile und Macht auf sich. Im Jahr 2022 entfielen 83 Prozent des Sektorumsatzes von 238,5 Milliarden Euro auf nur 795 Großunternehmen, die selbst lediglich drei Prozent aller Firmen ausmachten. Die Forscher um Arnim Wiek warnen vor negativen Folgen für die Versorgungssicherheit, die Artenvielfalt und die öffentliche Gesundheit. So nehme die Verfügbarkeit nährstoffreicher, handwerklich hergestellter Produkte ab, während der Anteil industriell verarbeiteter Lebensmittel mit hohem Zucker-, Salz- und Fettgehalt steige.
Die Wissenschaftler bewerten bisherige politische Maßnahmen als unzureichend und fordern eine stärkere Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe. In ihrer Studie identifizieren sie vier zentrale Handlungsfelder: die Bekämpfung von Problemursachen statt kurzfristiger Projekte, eine bessere Ausrichtung von Förderprogrammen und Regulierung auf kleinere Betriebe sowie eine systematische Erfolgskontrolle von Maßnahmen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Früchte auf einem Obststand (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Anzahl der Lebensmittelverarbeitungsunternehmen in Deutschland sank von 2002 bis 2022 um 44 Prozent auf rund 25.000.
- Marktanteile konzentrieren sich zunehmend auf 795 Großunternehmen, die 83 Prozent des Sektorumsatzes ausmachen.
- Wissenschaftler fordern stärkere Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe in der Lebensmittelverarbeitung in Deutschland.
- Der Zeitraum umfasst von 2002 bis 2022; die Zahl der Unternehmen ist um 44 Prozent gesunken.
- 83 Prozent des Sektorumsatzes von 238,5 Milliarden Euro entfiel 2022 auf nur 795 Großunternehmen.
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Rückgang der Anzahl der Unternehmen in der Lebensmittelverarbeitung um 44% von 2002 bis 2022
- Konzentration von Marktanteilen und Macht bei Großunternehmen
- Abnahme der Verfügbarkeit nährstoffreicher Produkte und Anstieg industriell verarbeiteter Lebensmittel mit höherem Zucker-, Salz- und Fettgehalt
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