Europaweite Moor-Emission doppelt so hoch wie bisher geschätzt

12. Dezember 2025

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Klimaschutz in der EU: Moore und Emissionen

() – Entwässerte Moore in der EU stoßen jedes Jahr rund 232 Megatonnen CO2-Äquivalent aus – und damit fast doppelt so viel, wie die EU-Mitgliedsstaaten bislang beim UN-Klimarahmenübereinkommen (UNFCCC) angegeben haben.

Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt in Nature Communications veröffentlichte Studie der Universität Greifswald. Die Differenz entspricht in etwa den jährlichen Emissionen des gesamten europäischen Flugverkehrs.

Eine von den Forschern erstellte „Hotspot-Karte“ macht sichtbar, wo Emissionen aus entwässerten Mooren in der EU besonders konzentriert sind und wo Wiedervernässung besonders wirksam wäre: Besonders betroffen sind demnach die Nordsee-Region (Nordwestdeutschland, , Südost-England), Ostdeutschland, die baltischen Staaten und Ostpolen sowie und Nordirland.

Diese Gebiete fallen nach Angaben der Forscher bei den Gesamtemissionen aus entwässerten Mooren besonders stark ins Gewicht und verursachen zusammen rund 40 Prozent der gesamten EU-Mooremissionen. Dort kommen viele, ausgedehnte, teils sehr mächtige Moorflächen und eine intensive landwirtschaftliche Nutzung zusammen.

In der Nordsee-Region, auch in Nordwestdeutschland, treiben großflächig entwässerte und einst mächtige Küstenmoore im Zusammenspiel mit intensiver Landwirtschaft die Emissionen besonders hoch – allein rund 20 Prozent der EU-weiten Mooremissionen stammen aus einer Region, die nur etwa 4 Prozent der europäischen Moorfläche umfasst. In Ostdeutschland entsteht nach Angaben der Forscher ein weiterer Hotspot, weil dort flachere, aber besonders umfangreiche Moorflächen großräumig und tiefgreifend für die Landwirtschaft entwässert wurden. „Diese Regionen sind somit besonders geeignet für gezielte und wirksame Klimaschutzmaßnahmen“, heißt es von den Studienautoren.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Moorlandschaft (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Entwässerte Moore in der EU stoßen jährlich rund 232 Megatonnen CO2-Äquivalent aus.
  • Die Nordsee-Region verursacht rund 20 Prozent der EU-weiten Mooremissionen, obwohl sie nur etwa 4 Prozent der europäischen Moorfläche umfasst.
  • Die Forscher identifizieren Hotspots für gezielte Klimaschutzmaßnahmen in der Nordsee-Region, Ostdeutschland, den baltischen Staaten sowie Irland und Nordirland.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene Regionen: Nordsee-Region, Ostdeutschland, baltische Staaten, Ostpolen, Irland, Nordirland
  • Zielgruppe: EU-Mitgliedsstaaten, besonders Landwirtschaft und Klimaschutzmaßnahmen
  • Zahlen: 232 Megatonnen CO2-Äquivalent pro Jahr, 40% der gesamten EU-Mooremissionen aus genannten Regionen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Entwässerte Moore in der EU emittieren jährlich 232 Megatonnen CO2-Äquivalent.
  • Hohe Emissionen in bestimmten Regionen durch intensive landwirtschaftliche Nutzung und großflächige Entwässerung.
  • Hotspots der Emissionen befinden sich in der Nordsee-Region und Ostdeutschland mit hohen Moorflächen.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Erstellung einer "Hotspot-Karte" zur Identifizierung von Gebieten mit hohen Emissionen aus entwässerten Mooren
  • Förderung von Wiedervernässungsprojekten in besonders betroffenen Regionen
  • Entwicklung gezielter Klimaschutzmaßnahmen in identifizierten Hotspot-Regionen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH