Große Krankenkassen erhöhen Zusatzbeiträge – Kritik an Regierung

21. Dezember 2025

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Gesundheitspolitik in Berlin: Reformbedarf und Kritik

() – Die Ankündigung großer gesetzlicher Krankenkassen, trotz des milliardenschweren Sparpakets der Regierung die Zusatzbeiträge zu erhöhen, hat der schwarz-roten Koalition schwere Vorwürfe eingehandelt.

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sprach von „grundsätzlichem politischen Versagen“. Diese „Teuerungsspirale“ sei ein „spürbarer Nettoklau im Portemonnaie von Beitragszahlern und Betrieben“, sagte Dahmen der „Welt“. Jetzt zeigten selbst große Krankenkassen, dass sie wegen des verunglückten Sparpakets von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gezwungen seien, ihre Zusatzbeiträge zu erhöhen.

„Das ist kein Ausnahmefall, sondern Ausdruck eines grundlegenden politischen Versagens“, so Dahmen. Die Finanzmisere lasse sich nur mit mutigen Strukturreformen beheben: einer Begrenzung der Arzneimittelpreise, einem Abbau von Über- und Fehlversorgung, einer klaren Steuerung der Krankenhausversorgung nach Qualität und Bedarf sowie einer konsequenten Stärkung der Primär- und Notfallversorgung.

„Die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung ist desolat“, sagte der AfD-Gesundheitspolitiker Martin Sichert der „Welt“. „Die Bundesregierung sollte ihr Versprechen einhalten, die Kosten für Bürgergeldempfänger zu übernehmen.“ Zudem seien den Kassen Gelder aus der Corona-Zeit zurückzuerstatten. Langfristig brauche es eine echte Reform, bei der die Verwaltungskosten durch den Abbau von Bürokratie deutlich reduziert würden. „Dadurch würde nicht nur Geld gespart, sondern auch mehr Zeit für die Behandlung von Patienten zur Verfügung stehen.“

Linksfraktionschef Sören Pellmann hielt der Regierung Planlosigkeit vor. „Sie spart Kliniken kaputt und liefert Versicherte höheren Zusatzbeiträgen aus, statt endlich die notwendigen strukturellen Reformen anzugehen. Die wirkungslosen Kürzungspakete verbessern weder die Situation der Beschäftigten noch der Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind.“ Die Lösung liege darin, dass sich Reiche nicht weiter aus der Verantwortung ziehen dürften. „Es braucht eine grundlegende Reform der Finanzierung mit einer solidarischen Gesundheitsversicherung, ohne Beitragsbemessungsgrenze und mit der Einbeziehung aller Einkommensarten.“

Siehe auch:  Mann nach nächtlichem Streit in Kreuzberg mit Stichverletzungen im Krankenhaus

Unionsfraktionsvize Albert Stegemann (CDU) kündigte grundlegende Reformen an. „Es braucht tief greifende Reformen, an denen alle Beteiligten ihren Anteil leisten müssen – Ärzte, Krankenhäuser, Kassen, Pharmahersteller. Aber auch Patienten werden sich auf spürbare Veränderungen einstellen müssen.“ Andernfalls würden die Belastungen für die arbeitenden Menschen und die Wirtschaft weiter steigen.

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis hob den Reformbedarf hervor: „Die gesetzliche Krankenversicherung leidet nicht an zu hohen Leistungen, sondern an einer seit Jahren ungebremsten Ausgabendynamik ohne ausreichende Strukturreformen.“ Die Beitragszahler trügen bereits heute eine historische Last – weitere Beitragserhöhungen dürften nicht zur Dauerlösung werden.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Nina Warken am 17.12.2025

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Große gesetzliche Krankenkassen erhöhen trotz Sparpaket die Zusatzbeiträge.
  • Grüne fordern grundlegende Strukturreformen im Gesundheitswesen.
  • AfD fordert Rückerstattung von Koronageldern an Krankenkassen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft gesetzlich Versicherte und Unternehmen
  • Anhebung der Zusatzbeiträge aufgrund von Sparpaketen, genaue Höhe nicht angegeben
  • Forderung nach Strukturreformen und finanzielle Verbesserungen in den nächsten Jahren

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Erhöhung der Zusatzbeiträge aufgrund eines ineffektiven Sparpakets der Regierung
  • Finanzielle Misere der gesetzlichen Krankenversicherung und fehlende Strukturreformen
  • Politische Vorwürfe wegen Planlosigkeit in der Gesundheitsversorgung und mangelnder Verantwortungsübernahme von wohlhabenden Bürgern

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Ankündigung grundlegender Reformen durch die Union, die alle Beteiligten einbeziehen sollen.
  • Forderung nach mutigen Strukturreformen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Rückzahlung von Geldern aus der Corona-Zeit an die Krankenkassen.

Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




4,2/5 (12 Bewertungen)
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH