Chefin der Wirtschaftsweisen fordert Rente mit 70
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaftliche Herausforderungen der Rentenreform in Deutschland
Berlin () – Die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, fordert von der Bundesregierung eine rasche Rentenreform mit längerer Arbeitszeit und höheren Abschlägen. „Die Lage ist ernst. Ohne Reformen werden die Beitragssätze zur Sozialversicherung in nicht allzu ferner Zukunft 50 Prozent erreichen. Wir müssen länger arbeiten“, sagte Schnitzer der „Rheinischen Post“ (Mittwoch).
Konkret fordert die Münchener Ökonomin eine Anhebung der Regelaltersgrenze und nennt erstmals Zahlen: „Die Menschen beziehen heute im Schnitt acht Jahre länger Rente als vor 40 Jahren. Die zusätzliche Lebenszeit kann nicht nur in den Ruhestand gehen. Zwei Drittel sollten in mehr Arbeitszeit gehen – und zwar Schritt für Schritt. Mit Blick auf die Prognosen der Lebenserwartung heißt das: Alle zehn Jahre müsste die Regelaltersgrenze um sechs Monate steigen. Ab 2050 gäbe es dann die Rente mit 68 Jahren, ab 2070 mit 69 Jahren, ab 2090 mit 70 Jahren.“
Zudem fordert Schnitzer höhere Abschläge für den Vorruhestand: „Eine weitere wichtige Stellschraube ist die Frühverrentung. Der Abschlag für den vorzeitigen Ruhestand muss steigen. Derzeit liegt er nur bei 3,6 Prozent pro Jahr, das man früher in Rente geht. Er müsste doppelt so hoch liegen.“ Sie betonte, dass die ,Rente mit 63` vor allem von Fachkräften genutzt werde, die überdurchschnittlich gesund seien: „Die brauchen wir im Arbeitsmarkt und nicht im Vorruhestand.“
Die Wirtschaftsweise hält nichts vom Vorschlag von Ministerin Bas, das Rentenalter nach Beitragsjahren zu staffeln: „Das ist die Rente mit 63 in neuem Gewand, der Vorschlag löst keine Probleme. Es ist schon heute so, dass Akademiker meist keine 45 Beitragsjahre zusammenbekommen und damit die Rente für besonders langjährig Versicherte nicht erreichen können“, so Schnitzer.
Im neuen Jahr nimmt die Rentenkommission der Bundesregierung ihre Arbeit auf und soll Reform-Vorschläge machen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Monika Schnitzer (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Monika Schnitzer fordert eine rasche Rentenreform mit längerer Arbeitszeit und höheren Abschlägen.
- Regelaltersgrenze soll alle zehn Jahre um sechs Monate steigen: Rente mit 68 Jahren ab 2050, 69 Jahre ab 2070, 70 Jahre ab 2090.
- Abschlag für Vorruhestand soll von 3,6% auf 7,2% pro Jahr verdoppelt werden.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen: Bevölkerung, insbesondere zukünftige Rentner und Fachkräfte
- Stärke: Anhebung der Regelaltersgrenze, jährlicher Anstieg um 6 Monate, Rente mit 68 ab 2050
- Fristen: Rentenkommission beginnt im neuen Jahr mit Reform-Vorschlägen
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- Dringlichkeit einer Rentenreform aufgrund steigender Beitragssätze zur Sozialversicherung
- Erhöhung der Lebensarbeitszeit notwendig durch längere Rentenbezugsdauer
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- Anhebung der Regelaltersgrenze um sechs Monate alle zehn Jahre.
- Erhöhung der Abschläge für den vorzeitigen Ruhestand auf 7,2 Prozent pro Jahr.
- Rentenkommission beginnt im neuen Jahr mit der Erarbeitung von Reformvorschlägen.
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