Schnitzer hält Erbschaftssteuerreform für unausweichlich

13. Januar 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftliche Ungleichheit und Erbschaftsteuerreform Berlin

() – Die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Monika Schnitzer, hält eine Reform der Erbschaftsteuer für zwingend erforderlich. Der Vorschlag der SPD habe die Debatte zwar neu eröffnet, doch „klar ist: Eine Reform ist unausweichlich“, schreibt Schnitzer in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe).

Das Bundesverfassungsgericht habe die geltenden Regelungen mehrfach beanstandet, zudem sei ein weiteres Verfahren anhängig. Änderungen würden daher notwendig sein – „unabhängig von Konjunkturlage oder politischem Timing“.

Schnitzer kritisiert eine systematische Begünstigung großer Vermögensübertragungen, insbesondere von Betriebsvermögen. In würden Erbschaften und Schenkungen „sehr ungleichmäßig besteuert“, schreibt sie. Während steuerpflichtige Übertragungen zwischen 100.000 und 200.000 Euro im Durchschnitt mit rund 13 Prozent belastet würden, liege der effektive Steuersatz bei sehr großen Vermögensübertragungen von mehr als 20 Millionen Euro bei nur etwa acht Prozent.

Diese Ungleichbehandlung „widerspricht dem Leistungsfähigkeitsprinzip und trägt zur Verfestigung der Vermögensungleichheit bei“, so die Ökonomin. Zwischen 30 und 50 Prozent des privaten Vermögens in Deutschland stammten aus Erbschaften und Schenkungen.

Die häufig geäußerte Sorge, eine gleichmäßigere Besteuerung von Betriebsvermögen gefährde Unternehmen, weist Schnitzer zurück. Diese Befürchtung werde „empirisch nicht gestützt“. Internationale Studien fänden „keine systematischen negativen Effekte auf Beschäftigung oder Investitionen“.

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Eine mögliche Liquiditätsbelastung zum Zeitpunkt der Übertragung lasse sich durch „großzügige Stundungsregelungen“ begrenzen. Der SPD-Entwurf sehe hierfür eine Frist von 20 Jahren vor. Dies sei „zielgenauer als die heutigen Verschonungsregeln“, die unternehmerischen Entscheidungen durch Lohnsummen- und Fortführungsauflagen verzerrten. Die Aufregung über den Vorschlag der SPD sei deshalb unbegründet, so Schnitzer.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Monika Schnitzer (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Monika Schnitzer fordert eine zwingende Reform der Erbschaftsteuer.
  • Bestehende Regelungen wurden mehrfach vom Bundesverfassungsgericht beanstandet.
  • Der SPD-Vorschlag sieht großzügige Stundungsregelungen vor, die zielgenauer sind als aktuelle Regeln.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Reform der Erbschaftsteuer betrifft alle Steuerpflichtigen in Deutschland
  • Effektiver Steuersatz für Erbschaften über 20 Millionen Euro liegt bei etwa 8%, für 100.000 bis 200.000 Euro bei rund 13%
  • SPD schlägt 20 Jahre Frist für Stundungsregelungen vor

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Reform der Erbschaftsteuer ist zwingend erforderlich aufgrund der mehrfachen Beanstandungen durch das Bundesverfassungsgericht.
  • Ungleichmäßige Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen fördert Vermögensungleichheit.
  • Empirische Studien zeigen keine negativen Auswirkungen einer gleichmäßigeren Besteuerung auf Unternehmen.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Reform der Erbschaftsteuer als zwingend erforderlich erachten
  • Notwendigkeit von Änderungen aufgrund der Beanstandungen durch das Bundesverfassungsgericht
  • Ungleichmäßige Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen kritisieren
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