Richterbund: Staat spielt Organisierter Kriminalität in die Hände
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Strafverfolgung und organisierte Kriminalität in Deutschland
Berlin () – Der Deutsche Richterbund wirft den Bundesländern vor, der Organisierten Kriminalität das Geschäft zu erleichtern. „Die Landesregierungen lassen viele Milliarden Euro für den Staat liegen, weil sie zu einseitig auf die Personalkosten der Strafverfolgung fixiert sind“, sagte Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben).
„Dabei würde jeder zusätzliche Euro, der in mehr Ermittler zur besseren Bekämpfung von Finanz- und Wirtschaftskriminalität fließt, am Ende mehrfach in die Staatskasse zurückfließen.“ Rebehn betonte: „Es spielt der organisierten Kriminalität in die Hände, dass bundesweit inzwischen 2.000 Staatsanwälte fehlen, sich eine Million offene Verfahren bei den Ermittlern stapeln und gerade komplexe Fälle wegen fehlender Ressourcen häufig nicht ausermittelt werden können und mit Deals enden.“
Drogenbanden, Menschenhändler, Wirtschafts- und Finanzkriminelle hätten es in Deutschland zu leicht, weil sie es vielfach mit chronisch unterbesetzten und technisch schlecht ausgestatteten Strafverfolgungsbehörden zu tun hätten. Das Volumen der Geldwäsche in Deutschland liege bei rund 100 Milliarden Euro pro Jahr, rechnete der Bundesgeschäftsführer vor. Etwa 40 Milliarden Euro hätten kriminelle Finanzjongleure allein mit den Cum/Ex- und Cum/Cum-Aktiendeals erbeutet. Rebehn sprach von einem „Irrweg“ und rief die Länder dazu auf, „das Schwert des Strafrechts zu schärfen“.
Der Bund hatte im vergangenen Sommer zugesagt, den Ländern rund eine halbe Milliarde Euro in den nächsten vier Jahren für die Schaffung zusätzlicher Stellen in der Justiz und für die Digitalisierung der Justiz bereitzustellen. Anfang Dezember nahm die Ministerpräsidentenkonferenz den sogenannten „Pakt für den Rechtsstaat“ jedoch von der Tagesordnung – einige Länder hegen noch Zweifel an der Finanzierung.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Polizei kontrolliert Drogendealer (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Deutscher Richterbund kritisiert, dass Bundesländer Organisierte Kriminalität begünstigen.
- 2.000 Staatsanwälte fehlen bundesweit, was zu einer Million offenen Verfahren führt.
- Bund plant 500 Millionen Euro für zusätzliche Stellen und Digitalisierung in der Justiz.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betrifft Bundesländer in Deutschland
- 2.000 Staatsanwälte fehlen, 1 Million offene Verfahren, 100 Milliarden Euro Geldwäsche jährlich
- Pakt für den Rechtsstaat: 500 Millionen Euro in 4 Jahren für Justizstellen und Digitalisierung
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Fehlende Staatsanwälte (ca. 2.000) und unterbesetzte Strafverfolgungsbehörden
- Hohe Anzahl offener Verfahren (eine Million) und unzureichende Ressourcen für komplexe Fälle
- Unzureichende Finanzierung für Ermittler und Digitalisierung in der Justiz
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Intensivierung der Bekämpfung von Finanz- und Wirtschaftskriminalität durch mehr Ermittler
- Verbesserung der Ausstattung und Personalausstattung der Strafverfolgungsbehörden
- Umsetzung des "Pakts für den Rechtsstaat" zur Schaffung zusätzlicher Stellen und Digitalisierung der Justiz
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