Zahl der Abschiebungen in der EU 2025 deutlich gestiegen

3. Januar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

EU-Migrationspolitik: Abschiebepläne und Maßnahmen

Brüssel () – Die EU-Kommission erwartet für das abgelaufene Jahr deutlich mehr Abschiebungen aus der Europäischen Union.

„Die Abschiebungsrate ist in den ersten drei Quartalen von 19 Prozent im Jahr 2023 auf 27 Prozent im Jahr 2025 gestiegen“, sagte der zuständige EU-Migrationskommissar Magnus Brunner (ÖVP/EVP) der „Welt am Sonntag“. „Damit werden wir im Jahr 2025 voraussichtlich die höchste Abschiebungsrate seit 2019 erreichen. Dennoch ist das bei weitem noch nicht genug.“

Brunner verwies darauf, dass die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union nach Umsetzung der von der Kommissionsbehörde Anfang 2025 vorgelegten Gesetzesvorschläge künftig „noch effektiver abschieben können“. Die aktuellen Zahlen machten deutlich, dass seiner Ansicht nach erste Erfolge bereits erzielt worden seien.

„Wir müssen die illegale Migration auf allen Fronten bekämpfen“, sagte der frühere Finanzminister Österreichs weiter. Diejenigen Personen, die kein Recht mehr hätten, in der EU zu bleiben, müssten „konsequent“ abgeschoben werden. „Es bedeutet die rasche Abweisung von Personen mit geringer Aussicht auf Asyl. Und es bedeutet eine enge Zusammenarbeit mit Drittstaaten, damit sich Menschen gar nicht erst auf gefährliche Fluchtrouten begeben“, sagte Brunner.

Bereits im März hatte Brunner Pläne für ein neues „Gemeinsames Europäisches Rückkehrsystem“ präsentiert. Demnach sollen die Leistungen von ausreisepflichtigen Migranten, die eine Zusammenarbeit etwa bei Beratungsgesprächen verweigern, massiv gekürzt werden. Falls die Behörden von einer Fluchtgefahr des abgelehnten Asylbewerbers ausgehen, können sie ihn 24 Monate vor der Abschiebung in Haft nehmen. Kriminelle Migranten können bis zur Abschiebung sogar unbegrenzt inhaftiert werden. EU-Staaten sollen bald auch Abschiebebescheide untereinander anerkennen.

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Zudem sollen Migranten – mit Ausnahme von unbegleiteten Minderjährigen – auch in Länder abgeschoben werden können, in denen sie noch nie waren. Außerdem sollen abgelehnte Asylbewerber künftig vorübergehend auch in Einrichtungen außerhalb der EU gebracht werden können (`return hubs`), von wo aus sie dann unter Umständen in ihr Heimatland zurückkehren müssen. Das soll nach dem Willen der EU-Kommission deutlich schnellere Abschiebungen aus der EU ermöglichen. Die haben bereits einen Vertrag mit über Abschiebezentren geschlossen.

Im Mai hatte Brunner zudem eine neue Liste mit sieben Staaten vorgelegt, aus denen Flüchtlinge künftig so behandelt werden sollen, als wären ihre Herkunftsorte sicher. Das ermöglicht, Migranten im Rahmen von sogenannten schnellen Grenzverfahren an den EU-Außengrenzen nach spätestens sechs Monaten wieder zurückzuschicken.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Flüchtlingsunterkunft Tempelhof (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Abschiebungsrate in der EU erwartet einen Anstieg von 19% (2023) auf 27% (2025).
  • Einführung eines "Gemeinsamen Europäischen Rückkehrsystems" mit Kürzungen der Leistungen für ausreisepflichtige Migranten, die nicht kooperieren.
  • Abgelehnte Asylbewerber können vorübergehend in Einrichtungen außerhalb der EU gebracht werden, um schnellere Abschiebungen zu ermöglichen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • EU-Mitgliedstaaten, ab 2025, voraussichtlich höchste Abschiebungsrate seit 2019, von 19% auf 27% gestiegen
  • Abgeschobene Migranten, geplante massiven Kürzungen bei Leistungen, 24 Monate Haft vor Abschiebung bei Fluchtgefahr
  • Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern, in Länder, wo sie nie waren, und Einrichtung von "return hubs"

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Steigende Abschiebungsrate in der EU von 19% auf 27% zwischen 2023 und 2025
  • Pläne für ein neues "Gemeinsames Europäisches Rückkehrsystem" zur effektiveren Abschiebung
  • enge Zusammenarbeit mit Drittstaaten zur Verhinderung illegaler Migration und gefährlicher Fluchtwege

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Geplante Umsetzung eines "Gemeinsames Europäisches Rückkehrsystem" zur effektiveren Abschiebung.
  • Abschiebungen sollen auch in Länder erfolgen, in denen Migranten noch nie waren.
  • Vorübergehende Einrichtungen außerhalb der EU für abgelehnte Asylbewerber zur schnelleren Rückführung.

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