Bericht: Russische Sanktionen werden durch Paketdienst umgangen

25. Januar 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaft: Illegale Logistik für Sanktionen in Deutschland

() – Ehemalige Mitarbeiter einer deutschen Tochterfirma der russischen Staatspost haben in ein mutmaßlich illegales Versandsystem aufgebaut, das offenbar den Transport von EU-sanktionierten Waren nach Russland ermöglicht. Das schreibt die „Bild am Sonntag“ an diesem Wochenende.

Demnach ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin bereits seit 2022 wegen versuchter Sanktionsverstößen gegen Manager der Firma, die Tochterfirma der russischen Post sein soll.

Der Zoll hatte bei Zufallskontrollen mehrfach Pakete mit sanktionierten Waren entdeckt. Einen ehemaligen Geschäftsführer des Unternehmens will die Behörde demnach anklagen, bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts Berlin. Ihm wird versuchter Sanktionsbruch in 62 Fällen vorgeworfen.

Laut „Bild“-Bericht gibt es nun Hinweise, dass während der laufenden Ermittlungen ehemalige Mitarbeiter am Aufbau einer Ende 2022 gegründete Kölner Logistikfirma beteiligt waren. Diese fungiert laut Bericht angeblich als Sammelstelle für Postpakete aus ganz Europa. Jeden Monat sollen mehrere Hundert Tonnen an Sendungen eine Lagerhalle südöstlich von Berlin verlassen und über den Postweg nach Russland transportiert werden.

Laut des Berichts werden die Pakete unter anderem auch in russischen Supermärkten in Deutschland angenommen. „Getarnt“ seien sie mit Etiketten der usbekischen Post. Diese ist aber in Deutschland nicht zum Postbetrieb zugelassen, wie die Bundesnetzagentur bestätigte.

Zur Überprüfung des Systems verschickte die „Bild-Zeitung“ selbst fünf Testpakete. Die Sendungen enthielten technisch unbrauchbar gemachte, sanktionierte Güter sowie GPS-Peilsender. Die Ortungsdaten zeigen, dass alle Pakete über und Belarus bis nach Russland transportiert wurden.

Postsendungen werden an den EU-Außengrenzen nicht einzeln, sondern nur in Stichproben überprüft, wie der Zoll bestätigte. Die Logistikfirma erklärte auf „Bild“-Anfrage: „Unsere Kontrollmechanismen sind so ausgelegt, dass Verstöße gegen die EU-Sanktionen praktisch ausgeschlossen sind.“ Sendungen, die nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, würden nicht weiterbearbeitet. Man sei aber nicht gegen „betrügerische Falschdeklarationen“, wie sie „Bild“ durchgeführt habe, gefeit.

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Die Kooperation mit der usbekischen Post bestätigte das Unternehmen, hält sie aber für rechtens. Eine Zusammenarbeit mit privaten Postdienstleistern räumte auch UzPost ein. „Sie können unsere Lösungen für Lieferungen nutzen.“ Die Bundesnetzagentur sieht das anders, bezweifelt, dass die usbekische Post berechtigt sei, mithilfe eines Dienstleisters in Deutschland tätig zu werden. „Die Bundesnetzagentur überprüft aktuell“ den Fall, so ein Sprecher. Sollte die Logistikfirma tatsächlich usbekische Dokumente ohne Berechtigung nutzen, würde das schwerwiegende Konsequenzen haben.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Fahne von Russland (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Ehemalige Mitarbeiter einer deutschen Tochterfirma der russischen Staatspost sollen ein illegales Versandsystem für EU-sanktionierte Waren nach Russland aufgebaut haben.
  • Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt seit 2022 gegen Manager wegen versuchter Sanktionsverstöße in 62 Fällen.
  • Eine Kölner Logistikfirma soll als Sammelstelle fungieren; Pakete werden unter usbekischen Etiketten nach Russland transportiert.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: ehemalige Mitarbeiter einer deutschen Tochterfirma der russischen Staatspost, Manager der Firma
  • Zielgruppen: russische Postdienstleister, Supermärkte in Deutschland
  • Zeiträume: Ermittlungen seit 2022, Logistikfirma gegründet Ende 2022, 62 Fälle von versuchtem Sanktionsbruch

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Aufbau eines mutmaßlich illegalen Versandsystems für EU-sanktionierte Waren nach Russland durch ehemalige Mitarbeiter einer deutschen Tochterfirma der russischen Staatspost
  • Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin wegen versuchter Sanktionsverstöße seit 2022
  • Entdeckung sanktionierter Waren bei Zollkontrollen und Aufbau einer neuen Logistikfirma als Sammelstelle für Postpakete

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt seit 2022 gegen Manager der Tochterfirma der russischen Post wegen Sanktionsverstößen.
  • Ehemaliger Geschäftsführer soll in 62 Fällen wegen versuchtem Sanktionsbruch angeklagt werden.
  • Bundesnetzagentur überprüft die rechtliche Situation der usbekischen Post und mögliche schwerwiegende Konsequenzen bei illegaler Nutzung.

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