IW-Studie: Geringverdiener ziehen Hunderttausende aus dem System

1. Februar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Soziale Gerechtigkeit in Deutschland: Einkommensverteilung

() – Geringverdiener und sozial Schwache erhalten in über das gesamte Leben hunderttausende Euro mehr soziale und öffentliche Leistungen als sie dafür je an Steuern und Sozialabgaben eingezahlt haben. Das berichtet „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Demnach erhalten Personen im ärmsten Viertel der Bundesbürger über das gesamte Leben Sozialleistungen und öffentliche Leistungen von durchschnittlich 1,08 Millionen Euro. Dazu zählen Rente, Gesundheits- und Pflegeleistungen genauso wie beispielsweise Wohngeld, Bürgergeld (Grundsicherung) oder der Schulbesuch.

Die Höhe der gezahlten Steuern (Einkommensteuer, Mehrwertsteuer) und Sozialabgaben beträgt dagegen in dieser Gruppe nur durchschnittlich 300.000 Euro.

Wer dagegen zum reichsten Viertel gehört, zahlt durchschnittlich über das gesamte Leben Steuern und Sozialabgaben in Höhe von zwei Millionen Euro, berichtet „Bild am Sonntag“ weiter. Die erhaltenen Leistungen betragen dagegen durchschnittlich 720.000 Euro.

IW-Sozialstaatexperte Martin Beznoska sagte der „Bild am Sonntag“: „Wir haben einen hohen Grad an Umverteilung in unserem Steuer- und Sozialsystem. Personen mit wenig oder gar keinem Einkommen profitieren in starkem Maße von den Sozial- und anderen öffentlichen Leistungen.“ Beznoska betonte, der deutsche Sozialstaat sei „im Prinzip gerecht. Er hilft definitiv den Schwachen, belastet aber die Starken bereits auch stark. Für noch mehr Umverteilung besteht daher überhaupt kein Anlass.“

Der IW-Experte begrüßte die jüngsten Ergebnisse der Sozialstaat-Kommission. „Die Vorschläge gehen in die richtige Richtung“, so Beznoska. Der Experte: „Ziel des Sozialstaats muss es sein, möglichst viele Menschen in die Position zu hieven, von der eigenen Arbeit leben zu können. Ein gutes Bildungssystem und verbesserte Arbeitsanreize bei Steuern und Sozialleistungen sind dafür entscheidend.“

Siehe auch:  Union will Mineralölkonzerne "genauer in den Blick nehmen"
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Arbeitsamt in Aschersleben (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Geringverdiener erhalten über ihr Leben 1,08 Millionen Euro an Sozialleistungen, zahlen aber nur 300.000 Euro an Steuern und Sozialabgaben.
  • Reiche zahlen durchschnittlich 2 Millionen Euro an Steuern und erhalten nur 720.000 Euro an Leistungen.
  • IW-Experte Beznoska betont, dass der deutsche Sozialstaat gerecht sei und eine hohe Umverteilung stattfinde.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Geringverdiener und sozial Schwache in Deutschland, betrifft das ärmste Viertel
  • Durchschnittlicher Erhalt von 1,08 Millionen Euro an Leistungen, gezahlte Steuern und Abgaben nur 300.000 Euro
  • Reichstes Viertel zahlt über 2 Millionen Euro, erhält 720.000 Euro an Leistungen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Geringverdiener erhalten über das gesamte Leben mehr Leistungen als sie einzahlen.
  • Hoher Grad an Umverteilung im deutschen Steuer- und Sozialsystem.
  • Ziel des Sozialstaats sollte sein, Menschen zu befähigen, von eigener Arbeit zu leben.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Sozialleistungen für Geringverdiener und sozial Schwache werden als gerecht angesehen
  • Vorschläge der Sozialstaat-Kommission werden begrüßt
  • Verbesserung des Bildungssystems und Arbeitsanreize sollen gefördert werden

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