Historiker Winkler für U-Ausschuss zu deutscher Russlandpolitik

12. Februar 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Außenpolitik und Demokratie in Deutschland

() – Der Historiker Heinrich August Winkler fordert eine umfassende parlamentarische Aufarbeitung der deutschen Außenpolitik in Osteuropa. „Es gibt gute Gründe, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss oder eine Enquetekommission einzuberufen, um die deutsche Russlandpolitik in der Ära Putin aufzuarbeiten“, sagte Winkler dem Magazin Focus.

Mit Blick auf die Unterstützung der kommt Winkler zu einem harten Urteil über Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), dessen „Zeitenwende“-Rede zwar „ein großer Schritt nach vorn“ gewesen sei, sei jedoch in der Unterstützung der Ukraine „hinter seinen Möglichkeiten“ und dem, was erforderlich gewesen sei, zurückgeblieben. Das „Urteil der Geschichtswissenschaft“ über Scholz` Handeln in der Ukraineunterstützung werde vermutlich „zu spät und zu wenig“ lauten.

Unter Lars Klingbeil hätten die Sozialdemokraten mit der Russlandpolitik Gerhard Schröders zwar gebrochen, „eine kritische Aufarbeitung der zweiten Phase der Ostpolitik und der Rolle Egon Bahrs steht aber noch aus“, so Winkler. Bahr, der zu Zeiten Willy Brandts großen Einfluss auf die Ostpolitik der SPD gewann, hatte Bürgerrechtsbewegungen wie die unabhängige polnische Gewerkschaft Solidarnosc als „Gefahr für den Weltfrieden“ bezeichnet. Zugleich nimmt Winkler auch die Unionsparteien wegen der Ära Merkel, in der Nord Stream 2 beschlossen und umgesetzt wurde, in die Pflicht: „Zu politischer Selbstgerechtigkeit haben weder CDU noch CSU Anlass.“

Mit Blick auf die innere Stabilität Deutschlands ist das Urteil des Historikers zwiegespalten. Gegen Ende der Weimarer habe es in Deutschland eine „negative Mehrheit gegen die Demokratie gegeben“. Davon und von den bürgerkriegsartigen Straßenkämpfen des Jahres 1932 sei das heutige Deutschland „weiter entfernt“. Zugleich aber „hatte noch keine Partei der äußersten Rechten so viel Zulauf wie die AfD“. Diese ähnele „der Deutschnationalen Volkspartei der späten Weimarer Republik – der Partei, die Anfang 1933 entscheidenden Anteil an der Machtübertragung an Hitler hatte“, so Winkler.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Heinrich August Winkler (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Heinrich August Winkler fordert ein parlamentarisches Untersuchungsausschuss zur deutschen Russlandpolitik in der Ära Putin.
  • Deutschland sei in der Unterstützung der Ukraine hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben.
  • Unionsparteien tragen ebenfalls Verantwortung für die Nord-Stream-2-Politik während der Merkel-Ära.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Zielgruppe: deutsche Politik und Öffentlichkeit
  • Region: Deutschland, Osteuropa
  • Zeitrahmen: heutige politische Situation, historische Bezüge zur Weimarer Republik

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Forderung nach parlamentarischer Aufarbeitung der deutschen Russlandpolitik
  • Kritik an Olaf Scholz für unzureichende Unterstützung der Ukraine
  • Notwendigkeit, die Rolle von Egon Bahr und die Ostpolitik kritisch zu beleuchten

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Einberufung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses oder einer Enquetekommission zur Aufarbeitung der deutschen Russlandpolitik
  • Kritische Aufarbeitung der Ostpolitik und der Rolle Egon Bahrs steht noch aus
  • CDU und CSU in die Verantwortung für die Nord Stream 2-Politik nehmen

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