DIHK-Außenwirtschaftschef wirbt für engere Kooperation mit China

22. Februar 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und China

() – Kurz vor der Peking-Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, die Volksrepublik als verlässlichen ökonomischen Partner gelobt. „ ist angesichts der Sprunghaftigkeit von US-Präsident Donald Trump momentan ein berechenbarerer Partner und Wettbewerber als Amerika“, sagte Treier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgabe).

„Angesichts der Unsicherheiten im Verhältnis zu den USA könnte es in einigen Bereichen eine engere Kooperation mit China geben.“ Treier nannte dabei Sektoren wie Umwelttechnologie, Recycling, Medizintechnik oder Kreislaufwirtschaft. „Je mehr wir das ernsthafte Gespräch mit Peking suchen und gemeinsame Interessen definieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Volksrepublik feste Zusagen macht.“

Treier räumte ein, dass die Abhängigkeit europäischer Unternehmen von kritischen Rohstoffen aus China derzeit ein Problem sei. „Bei Chinas Exportkontrollen für sehr wichtige Rohstoffe wie Seltene Erden oder Permanentmagnete sollte der Kanzler Transparenz und Planbarkeit für deutsche Unternehmen einfordern. Es geht dabei um langfristige Zusagen für die Versorgung mit kritischen Rohstoffen“, so der DIHK-Außenwirtschaftschef.

Im vergangenen Herbst hatte Peking zeitweise die Lieferungen des chinesischen Chip-Herstellers Nexperia blockiert, was die europäischen Automobil-Unternehmen fast in die Knie zwang. „Je mehr wir das ernsthafte Gespräch mit Peking suchen und gemeinsame Interessen definieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Volksrepublik feste Zusagen macht“, so Treier. „Es versteht sich von selbst, dass nichtöffentliche Gespräche erfolgversprechender sind als Megafon-Diplomatie.“

Der China-Experte Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in warf Peking derweil „massive Wettbewerbsverzerrungen“ vor. „In der Volksrepublik fließen viel mehr Subventionen als in anderen Ländern“, sagte Matthes den Funke-Zeitungen. Laut dem Statistischen Bundesamt ist das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China 2025 auf die Rekordhöhe von 89,3 Milliarden Euro gestiegen. „Die stark unterbewertete chinesische Währung ist ein weiteres Instrument von Chinas Industriepolitik, um einheimischen Unternehmen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen“, sagte Matthes. So habe der Euro gegenüber dem Yuan seit Anfang 2020 real um mehr als 40 Prozent aufgewertet. Ein niedrig bewerteter Yuan macht für China Ausfuhren billiger und Einfuhren teurer.

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„Zudem nimmt der Druck der chinesischen Regierung auf deutsche und europäische Betriebe zu, stärker vor Ort zu produzieren und Zulieferungen aus China zu beziehen“, unterstrich der IW-Experte. „Die Unternehmen tun dies zunehmend, da ihnen ansonsten der Marktzugang beträchtlich erschwert zu werden droht. Das bedeutet, dass Exporte durch Fertigungen in China ersetzt werden.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Markt in Peking (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • China wird als berechenbarerer ökonomischer Partner im Vergleich zu den USA angesehen.
  • Engere Kooperationen, insbesondere in Umwelttechnologie, Recycling, Medizintechnik und Kreislaufwirtschaft, werden angestrebt.
  • Deutsche Unternehmen sind stark von kritischen Rohstoffen aus China abhängig, was Transparenz und Planbarkeit erfordert.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft deutsche Unternehmen, insbesondere in den Sektoren Umwelttechnologie, Recycling, Medizintechnik, Kreislaufwirtschaft
  • Handelsbilanzdefizit mit China 2025 auf 89,3 Milliarden Euro
  • Druck auf europäische Betriebe, stärker vor Ort in China zu produzieren, um Marktzugang zu sichern

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Lob der Volksrepublik China als verlässlichen ökonomischen Partner im Vergleich zu den USA.
  • Unsicherheiten im Verhältnis zu den USA fördern engere Kooperation mit China in bestimmten Sektoren.
  • Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen aus China stellt ein Problem für europäische Unternehmen dar.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Bundeskanzler soll Transparenz und Planbarkeit für deutsche Unternehmen bei kritischen Rohstoffen einfordern.
  • Anstreben einer engeren Kooperation mit China in Bereichen wie Umwelttechnologie und Medizintechnik.
  • Förderung ernsthafter Gespräche mit Peking zur Definition gemeinsamer Interessen.

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