Vorentscheidung über Bundestags-Neuauszählung nächste Woche möglich

26. November 2025

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Bundestagswahlprüfung: Politische Entwicklungen in Berlin

() – Der Wahlprüfungsausschuss des Deutschen Bundestags wird womöglich schon in wenigen Tagen über eine Empfehlung zur Neuauszählung der Bundestagswahl vom Februar entscheiden. Der „Stern“ schreibt unter Berufung auf eigene Informationen, die entscheidende Sitzung werde in der kommenden Woche stattfinden. Das Büro von Ausschusschef Macit Karaahmetoglu (SPD) habe dies allerdings vorerst nicht bestätigen wollen.

Das Gremium gibt zunächst nur eine Empfehlung ab, über die dann das Parlament abstimmen muss. Wird eine Neuauszählung mehrheitlich abgelehnt, kann das BSW dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht klagen.

Der Ausschuss hat neun ordentliche Mitglieder, darunter drei von CDU/CSU, jeweils zwei von SPD und AfD und jeweils eins von Grünen und Linken. Die schwarz-rote Koalition kann das Votum also nach Belieben steuern – so wie in allen Bundestagsausschüssen – und dürfte eigentlich wenig Interesse an einer Neuauszählung haben.

Denn käme das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW), dem laut amtlichem Endergebnis nur etwa 9.500 Stimmen für das Erreichen der 5-Prozent-Hürde fehlen, wegen Fehlern beim ersten Auszählen nun doch noch in den Bundestag, wäre die Mehrheit für die Koalition dahin, nach der derzeitigen politischen Lage erschiene ein Aufnehmen der Grünen in die Koalition die wahrscheinlichste Option, denkbar wären auch eine Minderheitsregierung oder Neuwahlen.

Die beiden AfD-Abgeordneten wollen dem Vernehmen nach für eine Überprüfung der Bundestagswahl votieren. „Wir werden, Stand jetzt, für die Neuauszählung stimmen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer, Stephan Brandner, dem „Stern“. „Bei einer derart geringen Anzahl von Stimmen, die in Zweifel stehen, und den möglichen Implikationen eines veränderten Ergebnisses muss absolute Klarheit herrschen.“

Siehe auch:  Rainer rät von Haustieren als Weihnachtsgeschenk ab

Die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht forderte erneut eine rasche Entscheidung. „Der Wahlprüfungsausschuss muss endlich seine Verzögerungstaktik beenden und so zumindest den Weg nach freimachen“, sagte sie dem „Stern“. „Das Agieren des Ausschusses ist eine Missachtung des Bundesverfassungsgerichts.“ Dass auch die Opposition die Entscheidung seit Wochen auf die lange Bank schiebe, sei „eine bemerkenswerte Querfront gegen das BSW“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Wahllokal bei Bundestagswahl 2025 (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Wahlprüfungsausschuss des Bundestags könnte bald über Neuauszählung der Bundestagswahl entscheiden.
  • Empfehlung muss vom Parlament abgestimmt werden; Inklusion des BSW könnte Mehrheitsverhältnisse verändern.
  • AfD-Abgeordnete planen Unterstützung für Neuauszählung; Forderung nach schneller Entscheidung von Sahra Wagenknecht.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Wahlprüfungsausschuss des Deutschen Bundestags
  • Bedeutung für die BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht), fehlen 9.500 Stimmen für 5-Prozent-Hürde
  • Sitzung mögliche nächste Woche, Entscheidung über Neuauszählung bevorstehend

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Wahlprüfungsausschuss des Bundestags entscheidet über Empfehlung zur Neuauszählung der Bundestagswahl.
  • Ausschuss gibt nur eine Empfehlung ab, über die das Parlament abstimmen muss.
  • BSW kann gegen eine Ablehnung der Neuauszählung vor dem Bundesverfassungsgericht klagen.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH