IStGH-Richterin ruft zu Widerstand gegen US-Sanktionen auf

23. April 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Internationale Politik: Sanktionen und deren Auswirkungen

Den Haag () – Die am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) tätige und von den USA sanktionierte Richterin Beti Hohler hat die europäischen Staaten zu mehr Gegenwehr gegen US-Sanktionen aufgerufen. „Es ist wichtig, sich zu wehren“, sagte Hohler der Wochenzeitung „Die Zeit“. Wenn Staaten Sanktionen unmissverständlich verurteilten, habe das Gewicht. Zudem sollten die Staaten Dienstleistern in ihren Ländern klarmachen, „dass die EU die Wirkung dieser Sanktionen außerhalb der USA nicht anerkennt“.

Die 44-Jährige ist seit knapp einem Jahr von Sanktionen der USA betroffen. Sie war Teil der Kammer, die die Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und seinen ehemaligen Verteidigungsminister Joaw Galant erließ. Hohler war eine der ersten vier Richterinnen, die die Trump-Regierung im Juni 2025 auf die Ofac-Sanktionsliste setzte. Danach folgten weitere Fälle. Insgesamt sind elf Mitarbeiter am IStGH von den USA sanktioniert, acht davon Richter.

Hohlers Leben hat sich durch die Sanktionen grundlegend verändert. „Eine europäische Bank, bei der ich seit Jahrzehnten Kundin bin, hat mein Konto mit sofortiger Wirkung geschlossen“, sagte sie der „Zeit“. Ihre Kreditkarten seien innerhalb von 24 Stunden nach Erlass der Sanktionen gekündigt worden. Europäische Banken beenden oft das Geschäftsverhältnis mit Menschen, die auf Sanktionslisten stehen, weil sie ihrerseits Sanktionen befürchten. Im Devisenhandel ist jedes Finanzinstitut von den USA abhängig. „Diese `overcompliance`, also vorauseilende Regelbefolgung, bereitet mir als europäische Bürgerin große Sorgen“, so Hohler. „Es zeigt, wie ungeschützt wir sind.“

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„Keine Kreditkarte zu haben, ist oft sehr hinderlich, vor allem online“, sagte Hohler. Viele würden nur Kreditkarten, Apple Pay, Google Pay oder Paypal akzeptieren. Diese Zahlungsarten könne sie nicht verwenden, weil sie von US-Unternehmen angeboten werden. Hotels zu buchen sei ohne Kreditkarte sehr schwierig, ein Auto zu mieten unmöglich.

Darüber hinaus wurden Hohler viele weitere digitale Dienste gekündigt. So wurde ihre Apple-ID einige Monate nach der Sanktionierung abgeschaltet. Auch ihre Konten bei US-Anbietern wie Amazon und Airbnb wurden gesperrt oder gekündigt. „Das ist das Zermürbende: Man wird nicht vorgewarnt. Man hat keine Zeit, sich zu organisieren“, sagte Hohler. „Was heute noch funktioniert, funktioniert morgen vielleicht schon nicht mehr.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Internationaler Strafgerichtshof (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Richterin Beti Hohler fordert mehr Gegenwehr europäischer Staaten gegen US-Sanktionen.
  • Elf Mitarbeiter des IStGH sind von den USA sanktioniert, darunter acht Richter.
  • Hohlers Konto bei einer europäischen Bank wurde geschlossen, was ihre finanzielle Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt hat.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Beti Hohler, Richterin am IStGH, betroffen von US-Sanktionen
  • Sanktionen betreffen insgesamt 11 Mitarbeiter des IStGH, 8 davon Richter
  • Frist für die Schließung ihrer Konten und Kündigung ihrer Kreditkarten: sofortige Wirkung

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Aufruf der Richterin Hohler an europäische Staaten zur Gegenwehr gegen US-Sanktionen
  • Betroffene Richterin aufgrund von Haftbefehlen gegen israelische Regierungsvertreter auf Sanktionsliste gesetzt
  • Vorauseilende Regelbefolgung europäischer Banken führt zu massiven Einschränkungen im Alltag Hohlers

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Europäische Staaten sollen US-Sanktionen unmissverständlich verurteilen.
  • Dienstleistern in Europa klarmachen, dass die EU die Wirkung dieser Sanktionen außerhalb der USA nicht anerkennt.
  • Mehr Gegenwehr gegen US-Sanktionen fordern.
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