Wirtschaftsvereinigung der Grünen will Mindeststeuer für Reiche

28. April 2026

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaftliche Reformen in Deutschland diskutiert

() – Der Chef der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, Karl Haeusgen, spricht sich für eine Besteuerung von sehr reichen Menschen in aus. „Ich persönlich würde eine Mindeststeuer auf große und sehr große Vermögen befürworten, also ab etwa 100 Millionen Euro Vermögen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochausgabe).

Diese könnte nach den Worten Haeusgens etwa zwei Prozent im Jahr betragen. Wenn man davon ausgehe, dass sich große Vermögen um bis zu sechs Prozent im Jahr vermehrten, müsse das auch nicht aus der Substanz bezahlt werden, sagte er.

Haeusgen plädierte dafür, dass inländisch bezahlte Kapitalertrag- und Einkommensteuern verrechnet werden können. Das würde die Steuerehrlichkeit im Inland befördern. „Das wäre smart und fair, und es wäre das Gegenstück zu Leistungskürzungen auf der anderen Seite. Das ist wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, und der ist auch ein Standortfaktor“, sagte Haeusgen, der als Mitinhaber einer großen mittelständischen Firma mit etwa einer halben Milliarde Euro Umsatz selbst von einer solchen Besteuerung betroffen sein könnte.

Haeusgen war von 2020 bis 2024 Präsident des konservativen Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und ist seit Mitte 2025 zusammen mit Marie-Luise Wolff Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Er richtet den Blick auch auf neue Wählergruppen. „Wir als Wirtschaftsvereinigung wollen attraktiv sein für enttäuschte FDP-Anhänger“, sagte Haeusgen.

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Außerdem wolle man attraktiv sein für unabhängige Unternehmer, „die ein grünes Herz haben und die die aus meiner Sicht unverständliche klimafeindliche Politik der Bundesregierung nicht mittragen wollen“. Es gehe um „Menschen, die liberal sind und sich an dem mitunter rechtsreaktionären Touch von Teilen der Union stören“, so Haeusgen.

Haeusgen kritisierte auch die jüngsten Entscheidungen der Bundesregierung im Zusammenhang mit den höheren Spritpreisen. Die allgemeine Mineralölsteuersenkung sei nicht zielgerichtet, sondern „Hilfe mit der Gießkanne“, erklärte er. „Demjenigen, der mit seinem Range Rover am Wochenende nach Kitzbühel fährt, ist der Benzinpreis eigentlich egal, aber er profitiert jetzt trotzdem.“ Richtiger wären aus seiner Sicht Maßnahmen, um „Stück für Stück aus dieser fossilen Abhängigkeit herauszukommen“.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Euroscheine (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Haeusgen spricht sich für eine Mindeststeuer auf Vermögen ab 100 Millionen Euro aus.
  • Die vorgeschlagene Steuer könnte 2 Prozent pro Jahr betragen.
  • Er kritisiert die Mineralölsteuersenkung der Bundesregierung als nicht zielgerichtet.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft sehr reiche Menschen in Deutschland ab etwa 100 Millionen Euro Vermögen
  • Steuer von etwa zwei Prozent pro Jahr auf große Vermögen
  • Zielgruppe: enttäuschte FDP-Anhänger und unabhängige Unternehmer mit umweltbewusster Haltung

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Befürwortung einer Mindeststeuer auf große Vermögen ab 100 Millionen Euro zur Unterstützung des gesellschaftlichen Zusammenhalts
  • Zielgerichtete Besteuerung soll Steuerehrlichkeit im Inland fördern und ungerechte Leistungskürzungen ausgleichen
  • Ausrichtung auf neue Wählergruppen, insbesondere enttäuschte FDP-Anhänger und unabhängige Unternehmer mit grünen Werten

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Einführung einer Mindeststeuer auf große Vermögen ab 100 Millionen Euro
  • Verrechnung von Kapitalertrag- und Einkommensteuern zur Förderung der Steuerehrlichkeit
  • Kritik an der allgemeinen Mineralölsteuersenkung und Vorschlag für gezielte Maßnahmen gegen fossile Abhängigkeit
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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