IG Metall fordert zum Europatag eine echte industriepolitische Offensive der EU

8. Mai 2026

Niedersachsen - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Industriepolitik in Europa: Herausforderungen und Chancen

() – Die IG Metall im Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hat zum Europatag eine entschlossene industriepolitische Neuaufstellung der Europäischen Union gefordert. Das teilte der Bezirk am Freitag in Hannover mit.

Angesichts wachsenden Drucks aus dem Wettbewerb jenseits des Atlantiks und aus dem ostasiatischen Raum sowie einer zunehmend volatilen Welthandelsordnung müsse Europa sich seiner eigenen Stärke wieder bewusst werden. „Abhängigkeiten und fehlende Resilienz werden in und Europa immer wieder erst in der Krise bemerkt“, sagte Bezirksleiter Thorsten Gröger. „Die Antwort auf eine Welt, in der Zölle zum Erpressungsinstrument geworden sind, kann nicht Schockstarre sein. Sie muss eine industriepolitische Antwort sein – und sie muss vor allem jetzt endlich kommen.“

Im Zentrum der Forderungen steht die konsequente Nutzung des europäischen Binnenmarkts mit rund 450 Millionen Verbrauchern. „Der Binnenmarkt ist das größte wirtschaftspolitische Pfund, das die EU aus eigener Kraft auf den Tisch legen kann“, so Gröger.

Dafür brauche es sowohl eine Stärkung des privaten Konsums als auch eine Kräftigung von Gütern „Made in Europe“. Begleitend dazu fordert die IG Metall, regelbasierten Freihandel mit verlässlichen Partnern zu vertiefen.

Der Abschluss des Mercosur-Abkommens sei ein wichtiges Signal. „Mercosur ist die richtige Richtung. Aber Europa darf nicht dort stehenbleiben“, sagte Gröger.

Es brauche eine strategische Diversifizierung der Handelsbeziehungen – mit , , Japan, Südkorea, , Mexiko und vor allem mit dem afrikanischen Kontinent.

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Die IG Metall erneuert zudem ihre Forderung nach einer verbindlichen „Made in Europe“-Strategie mit klaren Local-Content-Vorgaben in strategischen Sektoren. „Wir dürfen die Grundstoffe dieses Kontinents nicht aus der Hand geben. Stahl, Aluminium, chemische Grundstoffe – wenn wir diese Basis verlieren, verliert Europa seine industrielle Souveränität, und zwar dauerhaft“, warnte Gröger.

Zugleich müsse Europa konsequent in Feldern wie Batteriezellproduktion, Halbleiter und Wasserstofftechnologie Kapazität aufbauen. Mit Blick auf die jüngsten Zahlen des Europäischen Patentamts unterstrich die IG Metall, dass Europa technologisch nicht abgehängt sei.

Mit erstmals über 200.000 Patentanmeldungen in einem Jahr sei ein Rekordwert erreicht worden. „Die Zahlen zeigen, dass es nicht an Erfindungen mangelt. Wir müssen allerdings noch besser darin werden, diese zu industrialisieren“, sagte Gröger.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Industrieanlagen (Archiv)

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