US-Kürzungen bei Nato: Union drängt auf Strategie für Bundeswehr

27. Mai 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Verteidigungspolitik in Deutschland und Europa

() – Verteidigungspolitiker der Union verlangen von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) einen Plan gegen die angekündigten US-Kürzungen bei der Nato. Die Ankündigung der USA sei ein neuerlicher „Weckruf an und Europa, endlich mehr strategische Verantwortung für die Verteidigung von Frieden, Freiheit und Demokratie auf unserem Kontinent zu übernehmen“, sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU) dem „Spiegel“. Deutschland müsse dabei vorangehen.

Erforderlich sei dafür ein strategischer Plan für die notwendigen Beschaffungen und nicht nur einzelne Beschaffungsmaßnahmen, so Röwekamp – eine Forderung, die sich vor allem an Pistorius richtet. Es gehe nicht nur darum, die zusätzlichen Mittel auszugeben, sondern darum, damit Fähigkeiten aufzubauen und Lücken auch angesichts der veränderten Nato-Planungen zu schließen.

Die USA wollen ihre militärischen Beiträge für die Nato laut „Spiegel“ deutlich reduzieren. Ende vergangener Woche unterrichtete demnach der Pentagon-Spitzenbeamte Alexander Velez-Green im Nato-Hauptquartier in Brüssel die Politischen Direktoren der Verteidigungsministerien aus den anderen Mitgliedstaaten, dass die USA ihre bisherigen Zusagen für das Nato Force Model deutlich zurückfahren werden. Washington werde künftig erheblich weniger militärische Schlüsselfähigkeiten bereitstellen.

In der Bundesregierung wird beraten, wie man nun reagieren soll. Röwekamp sagte, der Weg müsse in einem Zeit- und Beschaffungsplan festgelegt und fortlaufend überprüft werden. Die kürzlich vorgelegte Militärstrategie der Bundeswehr sowie das ebenfalls im Verteidigungsministerium erarbeitete Fähigkeitsprofil definierten klare militärische Bedarfe.

Siehe auch:  Mineralölkonzerne erhöhen Gewinnmargen im Zuge des Iran-Krieges

Ähnlich äußerte sich der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Erndl (CSU). Für die Bundeswehr bedeute die Ankündigung der USA, dass sie schnellstmöglich einsatz- und abschreckungsfähiger werden müsse. Dies gehe einher mit beschleunigter Beschaffung und einem konsequenten Fähigkeitsaufwuchs. Die Unionsfraktion dränge den Verteidigungsminister seit Längerem, dass man in allen Planungskategorien an Geschwindigkeit zulege, sagte Erndl. Insbesondere bei strategischen Fähigkeiten müsse Deutschland deutlich schneller eigene Fähigkeiten aufbauen und bestehende Fähigkeitslücken schließen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Nato-Hauptquartier (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Verteidigungspolitiker der Union fordern von Boris Pistorius einen Plan gegen US-Kürzungen bei der NATO.
  • Die USA werden ihre militärischen Beiträge für die NATO deutlich reduzieren.
  • Deutschland muss strategische Verantwortung übernehmen und Fähigkeitslücken schließen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • betrifft Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und die Bundeswehr
  • USA reduzieren militärische Beiträge für die NATO; strategische Verantwortung gefordert
  • Fokus auf Beschaffungsplan zur Schließung von Fähigkeitslücken und erhöhte Einsatzbereitschaft

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Angekündigte US-Kürzungen bei der Nato erfordern ein strategisches Handeln Deutschlands und Europas.
  • Notwendigkeit zur Beschleunigung von Beschaffungsmaßnahmen und Fähigkeitsaufbau der Bundeswehr.
  • Reduzierte militärische Beiträge der USA erfordern stärkere eigene Einsatz- und Abschreckungsfähigkeit.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Entwicklung eines strategischen Plans für Beschaffungen
  • Festlegung eines Zeit- und Beschaffungsplans zur Überprüfung der Fortschritte
  • Beschleunigung der Aufrüstung der Bundeswehr und Schließung von Fähigkeitslücken
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)