Wohnungswirtschaft warnt vor Minusrekord am Bau

1. Juni 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wohnungsbaukrise in Deutschland 2023

() – Der Spitzenverband der deutschen Wohnungswirtschaft schlägt Alarm: droht in diesem Jahr ein weiterer Minusrekord am Bau.

„Deutschland erlebt eine historische Wohnraumkrise“, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Irankrieg, steigende Baukosten, Inflation und Zinsen, aber auch Koalitionsstreitigkeiten drohten, den „Aufschwung abzuwürgen“, bevor er begonnen habe. Im vergangenen Jahr wurden laut GdW-Zahlen noch 206.000 neue Wohnungen fertiggestellt – und das war schon ein Rekordtief. Gedaschko fürchtet, dass man dieses Jahr „sogar unter die Marke von 200.000 rutschen könnte. Und das, obwohl im sozialen Wohnungsbau quasi alle neuen Zusatzkosten bislang `weggefördert` werden. Das kann nicht mehr lange gut gehen für den Steuerzahler.“

Auch die Regierung treffe eine Mitverantwortung dafür, dass nicht wenigstens die Kosten gesenkt würden: „Wir bewegen uns in einem furchtbaren Bürokratie-Dschungel – nicht nur, weil bislang alle teuren DIN-Normen eingehalten werden müssen und immer neue, kostenträchtige erfunden werden“, sagte Gedaschko dem „Focus“. Dem müsse man einen neuen, bezahlbaren, rechtssicheren Basisstandard entgegensetzen, den man auch im Mietrecht gut gebrauchen könnte. Der neue Standard entspräche etwa dem Bauen des Jahres 2006. „Die beiden SPD-regierten Ministerien Bau und Justiz wollen leider etwas ganz anderes: eine jeweils individuell vertraglich völlig neu zu vereinbarende Regelung.“ Das werde noch teurer und sei „nicht die Deutschland-Geschwindigkeit, die wir dringend bräuchten“.

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Fazit des Verbands-Präsidenten, dessen Mitgliedsunternehmen für rund sechs Millionen Wohnungen im Land stehen: „Wenn wir wenigstens den einfacheren Gebäudetyp E mit dem Basisstandard endlich hätten, könnten wir 15 Prozent günstiger bauen. Wir könnten dadurch mindestens zehn Prozent mehr Sozialwohnungen fürs gleiche Geld bauen. Will nur in Berlin irgendwie niemand hören.“ Gedaschkos Prognose fürs laufende Jahr: „Für Mieter wird sich auch mittelfristig an den akuten Notlagen nichts ändern. Der Markt wird weiterhin von Mangelverwaltung dominiert. Bauherren müssen mit erneut steigenden Kosten rechnen. Es wird also schlicht noch weniger gebaut als eh schon.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bauarbeiter auf Baustelle (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Deutschland droht 2023 ein weiterer Minusrekord am Bau.
  • Im Jahr 2022 wurden 206.000 neue Wohnungen fertiggestellt, im Jahr 2023 könnte diese Zahl unter 200.000 fallen.
  • Ein neuer, bezahlbarer Basisstandard könnte Baukosten um 15 Prozent senken und mehr Sozialwohnungen ermöglichen.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen sind Mieter und Bauherren in Deutschland
  • Prognose: Unter 200.000 neue Wohnungen in 2023, bereits Rekordtief 206.000 im Vorjahr
  • In Berlin gibt es Widerstand gegen notwendige Veränderungen im Bausektor

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Einführung eines neuen, bezahlbaren und rechtssicheren Basisstandards für den Bau
  • Senkung der Bürokratie und der Baukosten durch vereinfachte Regelungen
  • Unterstützung von sozialen Wohnungsbauprojekten durch bessere Bedingungen und Standards
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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