CSU-Kreisverband Bad Tölz wirft Söder Überheblichkeit vor

3. Juni 2026

Bayern - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

CSU-Kritik in Bad Tölz wächst

() – Die Kritik aus der CSU-Basis an Parteichef Markus Söder reißt nicht ab. In der vergangenen Woche machte der Kreisverband Bad Tölz-Wolfratshausen nach einer Vorstandssitzung Söder in einem Brief schwere Vorwürfe, berichtet der „Stern“.

Es herrsche in vielen Bereichen „eine massive Anti-CSU-Stimmung“, die durch das „teils als überheblich empfundene Auftreten von Verantwortlichen erzeugt“ werde, heißt es in dem Schreiben.

Selbst eingefleischte CSU-Mitglieder würden sich inzwischen von der Partei abwenden.

Das liege auch daran, dass das Wahlergebnis von der Parteiführung als gut verkauft werde. Dabei sei es das schlechteste Kommunalwahlergebnis seit 1957. „Weder eine ehrliche Aussage hierzu noch konkrete Ansatzpunkte zum Gegensteuern lassen sich in den Verlautbarungen der Parteizentrale bislang finden“, heißt es in dem Brief.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen südlich von ist die Heimat von Ex-CSU-Chef Edmund Stoiber und gehört zu jenen Kreisen, in denen die CSU bei der Kommunalwahl schwere Verluste erlitten hat.

Ihr Landratskandidat Thomas Holz, der auch der dortige Kreisvorsitzende ist, war in der Stichwahl gescheitert. Holz ist CSU-Landtagsabgeordneter und war bisher nicht als Kritiker Söders aufgefallen.

Söder hatte unmittelbar nach der Stichwahl den örtlichen Kandidaten die Schuld an den Verlusten gegeben und die Parteiführung von jeglicher Mitverantwortung freigesprochen. Nach Protesten musste er kurz danach zurückrudern.

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Offenbar hat Söders nachgeschobene Beschwichtigung die Parteibasis nicht beruhigt.

Söders Bewertungen der Wahlergebnisse seien „ein Schlag ins Gesicht“ für jedes Parteimitglied, das sich im Wahlkampf für die CSU engagiert habe, heißt es in dem Schreiben. Besonders sauer stößt den Verfassern auf, dass Söder in seiner Wahlanalyse davon gesprochen hatte, die Auswahl der örtlichen Kandidaten müsse künftig von der CSU-Parteizentrale „begleitet“ werden.

Diese „Begleitung“ spiegle ein „tiefgreifendes Misstrauen“ gegenüber den Verantwortlichen auf Kreis- und Ortsebene wider, heißt es in dem Schreiben.

„Woher will denn die Landesleitung überhaupt wissen, was vor Ort das Beste ist?“, fragen die Verfasser. Sollte diese „Begleitung“ umgesetzt werden, gehen sie von einer noch nicht dagewesenen Austrittswelle aus.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Markus Söder (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Massive Anti-CSU-Stimmung in vielen Bereichen
  • Wahlergebnis als schlechtes abschließend bewertet, schlechtestes seit 1957
  • Söders Analyse und Forderung nach "Begleitung" kritisiert, drohende Austrittswelle erwartet

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • CSU-Basis und Parteichef Markus Söder
  • Starke Kritik aus Bad Tölz-Wolfratshausen, einem der Wahlkreise mit schweren Verlusten
  • Mangelnde Zustimmung zur Wahlanalyse und mögliche Austrittswelle angekündigt bei - nicht umgesetzter "Begleitung" der Kandidatenauswahl

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Massive Anti-CSU-Stimmung aufgrund überheblichen Auftretens von Verantwortlichen
  • Schlechtes Kommunalwahlergebnis, das von der Parteiführung falsch eingeschätzt wird
  • Misstrauen gegenüber der Landesleitung bezüglich der Auswahl örtlicher Kandidaten

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Söder muss auf die Kritik der CSU-Basis reagieren und die Vorwürfe ernst nehmen.
  • Die Parteiführung sollte ehrliche Aussagen zu den Wahlergebnissen kommunizieren und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung erarbeiten.
  • Bei der Kandidatenauswahl ist ein transparentes und vertrauensvolles Vorgehen notwendig, um Misstrauen zu vermeiden.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH