Britische Verlage dürfen Googles KI-Übersichten künftig ablehnen

3. Juni 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Medienregulierung in Großbritannien: Google und Verlage

London () – In Großbritannien können Online-Verlage künftig selbst bestimmen, ob ihre Inhalte in den KI-Zusammenfassungen von Google einbezogen werden. Das teilte die britische Wettbewerbsbehörde CMA am Mittwoch mit.

Laut CMA stärkt diese Regelung die Verhandlungsposition von Verlagen und Nachrichtenorganisationen gegenüber dem Suchmaschinenriesen. Sie könnten dann eigenständig über die Nutzung ihrer Inhalte verhandeln. Hintergrund sind Beschwerden vieler Website-Betreiber, die seit der Einführung der KI-Übersichten einen deutlichen Rückgang der Besucherzahlen verzeichnen. Google platziert diese Zusammenfassungen seit einiger Zeit ganz oben auf der Ergebnisseite.

Zudem muss Google laut CMA die Herkunft der in den KI-Ergebnissen verwendeten Inhalte klar kennzeichnen und mit direkten Links zu den Quellseiten versehen. Das Unternehmen wurde um eine Stellungnahme gebeten.

CMA-Chefin Sarah Cardell sagte, es sei „von entscheidender Bedeutung, dass Inhalteanbieter eine angemessene Verhandlungsmacht hinsichtlich der Nutzung ihrer Inhalte verfügen“. Sie sprach von einer „weltweit einzigartigen Auflage für die Suchdienste von Google“, die zu mehr Fairness und Transparenz führe.

Google kontrolliert nach CMA-Angaben mehr als 90 Prozent des britischen Suchmaschinenmarktes. Fast drei Jahrzehnte lang waren Websites und Verlage auf die Suchergebnisse des Konzerns angewiesen, um Nutzer anzuziehen. Viele meldeten jedoch Einbußen, seit Google die Links zu anderen Seiten weiter nach unten verschoben hat. Stattdessen erscheinen nun die KI-Übersichten ganz oben. Zudem weichen einige Nutzer auf alternative KI-Chatbots aus.

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Laut CMA erhalten Verlage durch die Opt-out-Möglichkeit eine stärkere Verhandlungsposition. Sie könnten dann eigene Vereinbarungen über eine Vergütung für die Nutzung ihrer Inhalte durch die KI treffen. Google hat neun Monate Zeit, die Änderungen umzusetzen. Die CMA erwartet jedoch eine frühere Einführung „wichtiger Teile“ der Auflagen. Die Behörde verfügt über erweiterte Befugnisse gegenüber Google und anderen großen Tech-Konzernen, die als marktbeherrschend eingestuft sind.

Die CMA kündigte an, die Entwicklung der Google-Suche weiter zu beobachten und bei Bedarf weitere Schritte einzuleiten. Bereits im Mai hatte Google eine verstärkte KI-Integration in seiner Suchfunktion angekündigt, deren Auswirkungen auf Unternehmen die Behörde jetzt prüft.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Google-Logo (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Online-Verlage in Großbritannien dürfen selbst entscheiden, ob ihre Inhalte in Google-KI-Zusammenfassungen einbezogen werden.
  • Google muss die Herkunft der Inhalte in den KI-Ergebnissen klar kennzeichnen und Links zu Quellseiten bereitstellen.
  • Google hat neun Monate Zeit, die Änderungen umzusetzen; eine frühere Einführung wichtiger Teile wird erwartet.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffen: Online-Verlage und Nachrichtenorganisationen in Großbritannien
  • Starke Verhandlungsposition durch eigene Vereinbarungen über Vergütung für Inhaltsnutzung durch KI
  • Google hat neun Monate Zeit zur Umsetzung der Änderungen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Verlage und Nachrichtenorganisationen konnten zuvor nicht über die Nutzung ihrer Inhalte verhandeln.
  • Beschwerden über Rückgang der Besucherzahlen seit Einführung von KI-Zusammenfassungen.
  • Google kontrolliert über 90% des britischen Suchmaschinenmarktes und hat Links zu anderen Seiten weiter nach unten verschoben.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Online-Verlage dürfen selbst entscheiden, ob ihre Inhalte in Google-KI-Zusammenfassungen genutzt werden.
  • Google muss die Herkunft der verwendeten Inhalte klar kennzeichnen und Links zu den Quellseiten bereitstellen.
  • Die CMA wird die Entwicklung der Google-Suche weiterhin überwachen und bei Bedarf Maßnahmen ergreifen.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH