Schweden: Marinekooperation mit Deutschland "wichtiger denn je"

18. November 2025
Schweden: Marinekooperation mit Deutschland "wichtiger denn je"

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Sicherheitspolitik in Nordeuropa: Schweden und Deutschland

Berlin () – Zum Auftakt der „Berlin Security Conference“ hat Schwedens Verteidigungsminister Pal Jonson die militärische Zusammenarbeit mit als entscheidend für die Stabilität in Nordeuropa bezeichnet. „Die schwedische und die deutsche Marine bilden das Rückgrat der Ostseesicherheit“, sagte Jonson dem Podcast „Berlin Playbook“ von „Politico“.

Jonson warnte, die Lage in der Region habe sich „grundlegend verändert“. Russland nutze die Ostsee zunehmend als zentrale Handelsroute, weil andere Seewege blockiert seien. „Wir beobachten neue Phänomene wie die sogenannte Schattenflotte, die zu weiteren Spannungen führt. Die russische Ostseeflotte verhält sich zunehmend aggressiv, und wir haben Sabotageakte und Eingriffe in kritische Unterwasserinfrastruktur erlebt“, sagte der Minister. Vor diesem Hintergrund habe die Nato ihre Mission Baltic Sentry ausgeweitet. „Seit Schweden Mitglied ist, sind unsere Marineeinheiten vollständig integriert“, erklärte Jonson. Die Zusammenarbeit zwischen Schweden und Deutschland sei „heute wichtiger denn je“.

Zu den Drohnenüberflügen über Skandinavien und Norddeutschland erklärte Jonson, klare Einsatzregeln seien entscheidend. „Unsere Streitkräfte haben einen rechtlichen Rahmen, der es ihnen erlaubt, eindringende Flugzeuge oder Drohnen bei Bedarf abzuschießen. Das wäre nicht die erste Maßnahme, aber wenn sie über einer militärischen Einrichtung fliegen, ist der Handlungsdruck größer.“ Über den Einsatz entscheide „der verantwortliche Kommandant – nicht der Politiker“.

Zur Nato-Mitgliedschaft sagte Jonson, der Beitritt sei „der größte Wandel in der schwedischen Verteidigungspolitik seit mehr als 200 Jahren“. Schweden habe seine militärische Bündnisfreiheit aufgegeben, um der Nato beizutreten. Das Land sei nun Rahmennation für die vorgeschobenen Landstreitkräfte in , entsende ein mechanisiertes Bataillon nach und Gripen-Kampfjets zur Luftraumüberwachung nach . „Wir sind nicht länger nur Partner – wir sind Verbündete“, so Jonson.

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Einen Schwerpunkt legte der Minister auch auf die Wehrpflicht, die in Schweden seit 2017 wieder gilt. „Unser System ist nicht freiwillig – es ist verpflichtend, aber selektiv. Etwa zehn Prozent jedes Jahrgangs werden eingezogen, und es gibt mehr Bewerber als Plätze“, sagte Jonson. Das System funktioniere gut, weil es „motivierte Rekruten hervorbringt und sicherstellt, dass unsere Streitkräfte ausreichend besetzt sind“, sagte er. „Die Wehrpflicht ist das Rückgrat unserer Streitkräfte.“

Auch zur bezog Jonson klar Stellung. „Die Unterstützung der Ukraine ist nicht nur richtig, sondern auch eine Investition in unsere eigene Sicherheit“, sagte er. Schweden unterstütze den Aufbau eigener Abwehrfähigkeiten und habe nichts dagegen, wenn Deutschland Taurus-Marschflugkörper liefert. „Aber das ist eine deutsche Entscheidung.“

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Deutsches Kriegsschiff (Archiv)

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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Schwedens Verteidigungsminister betont die militärische Zusammenarbeit mit Deutschland als entscheidend für die Stabilität in Nordeuropa.
  • Schweden ist nun Rahmennation für die vorgeschobenen Landstreitkräfte in Finnland und sendet ein Bataillon nach Lettland.
  • Der Beitritt zur NATO wird als größter Wandel in der schwedischen Verteidigungspolitik seit über 200 Jahren bezeichnet.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Schwedens Verteidigungsminister Pal Jonson betont militärische Zusammenarbeit mit Deutschland für Nordeuropa
  • Beitritt Schwedens zur NATO als großer Wandel in der Verteidigungspolitik, Integration der Marineeinheiten
  • Wehrpflicht seit 2017, jährlich etwa 10% des Jahrgangs werden eingezogen

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Militärische Zusammenarbeit zwischen Schweden und Deutschland als entscheidend für die Stabilität in Nordeuropa.
  • Veränderungen der Lage in der Ostsee durch aggressive russische Aktivitäten und neue Sicherheitsbedrohungen.
  • Schwedens NATO-Mitgliedschaft als grundlegender Wandel in der Verteidigungspolitik.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Ausweitung der Nato-Mission Baltic Sentry
  • Klare Einsatzregeln für den Umgang mit Drohnen und eindringenden Flugzeugen
  • Verpflichtende Wehrpflicht in Schweden zur Sicherstellung der Streitkräftebesetzung
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