Bundesverfassungsgerichts-Urteil zur Erbschaftssteuer verzögert sich

20. November 2025

Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung

Wirtschaft: Erbschaftsteuer-Entscheidung verzögert sich in Karlsruhe

() – Die für diesen Herbst erwartete Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVG) zur Verfassungsmäßigkeit der Erbschaftsteuer verzögert sich. Das bestätigte ein Sprecher des Gerichts auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe).

Im laufenden Jahr werde es keine Entscheidung mehr geben; es sei offen, wie lange das Verfahren noch dauern werde. Geklagt hatte ein Erbe, der sich gegenüber den derzeitigen Begünstigungen für Betriebsvermögen bei Erbschaften benachteiligt sieht.

Julia Jirmann vom Netzwerk Steuergerechtigkeit pochte darauf, Ausnahmeregelungen abzuschaffen. „Unabhängig davon, wie die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes ausfällt, brauchen wir eine Debatte, ob wir die Erbengesellschaft immer weiter vorantreiben oder eine Leistungsgesellschaft sein wollen“, sagte sie der Zeitung.

„Für superreiche Unternehmenserben gibt es immer noch Schlupflöcher und Ausnahmetatbestände. Eine Reform, die diese Privilegien abschafft und dafür sorgt, dass alle Vermögen entsprechend ihrer Größe und Leistungsfähigkeit angemessen besteuert werden, würde für mehr Steuergerechtigkeit sorgen“, sagte Jirmann.

Sie sei sich „relativ sicher, dass das Erbschaftssteuerrecht, so wie es aktuell ausgestaltet ist, nicht mit der Verfassung vereinbar ist“. Wenn in sozialen Bereichen Kürzungen drohten, wäre es wohl nur gerecht, wenn der Staat seine indirekten Subventionen über die Erbschaftssteuer für besonders Reiche zurückfahren würde.

Jüngst hatte sich auch der Sachverständigenrat der Deutschen Wirtschaft in seinem Jahresgutachten dafür ausgesprochen, die Erbschaft- und Schenkungsteuer mit dem Ziel einer gleichmäßigeren Besteuerung aller Vermögensarten zu reformieren. Arbeitgebervertreter lehnen das ab.

Siehe auch:  Umfrage: Deutsche sind in durchschnittlich fünf Gruppenchats
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundesverfassungsgericht (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer verzögert sich, keine Entscheidung mehr in diesem Jahr.
  • Julia Jirmann fordert Abschaffung von Ausnahmeregelungen bei der Erbschaftsteuer.
  • Sachverständigenrat der Deutschen Wirtschaft spricht sich für Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer aus.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene: Erben, besonders von Betriebsvermögen
  • Region: Deutschland
  • Zeitraum: Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wird in diesem Jahr nicht fallen, offen, wie lange das Verfahren dauert

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Verzögerung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Verfassungsmäßigkeit der Erbschaftsteuer
  • Kläger sieht sich benachteiligt aufgrund der Begünstigungen für Betriebsvermögen
  • Forderung nach Abschaffung von Ausnahmeregelungen für superreiche Unternehmenserben zur Gewährleistung von Steuergerechtigkeit

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer verzögert sich.
  • Es wird eine Debatte über die Abschaffung von Ausnahmeregelungen angestoßen.
  • Eine Reform der Erbschaftssteuer, die Schlupflöcher für superreiche Erben schließt, wird gefordert.

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