SPD reagiert reserviert auf CDU-Steuerkonzept
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Steuerpolitik und Koalitionsdynamik in Berlin
Berlin () – Der Parteitagsbeschluss der CDU zur Entlastung von Gutverdienern stößt beim Koalitionspartner SPD auf Vorbehalte.
Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Wiebke Esdar, sagte der „Welt“, die schwarz-rote Koalition habe sich für das neue Jahr vorgenommen, die anstehenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen. So auch die Frage, wie die große Haushaltslücke in der Finanzplanung gerecht geschlossen werden könne. „Gerade vor diesem Hintergrund erwarte ich bei allen in die öffentliche Diskussion geworfenen Vorschlägen, dass eine entsprechende Gegenfinanzierung dann auch immer mitgedacht und mitgenannt wird.“
Die CDU will, dass der Spitzensteuersatz in der Einkommensteuer künftig erst ab einem Jahresgehalt von 80.000 Euro greift, statt bisher bereits ab 68.000 Euro.
Der AfD-Finanzpolitiker Kay Gottschalk unterstützte den Vorstoß der CDU: „Heute zahlt ein Facharbeiter bereits mit dem 1,3-Fachen des Durchschnittseinkommens den Spitzensteuersatz.“ Dies sei demotivierend. „Gleichzeitig werden mit diesem CDU-Vorschlag Unternehmer in Rechtsform der Personengesellschaft entlastet.“ Dennoch sei der Plan nur Stückwerk. Die AfD fordere eine grundsätzliche Steuerreform mit 25 Prozent auf das Einkommen und höheren Grundfreibeträgen von 15.000 Euro und für Kinder von 12.000 Euro. „Zudem muss endlich der Solidaritätszuschlag komplett abgeschafft werden.“
Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch, attackierte die Union scharf: „Die CDU beschimpft seit Monaten die arbeitende Bevölkerung und beschließt dann Steuersenkungen, die genau diesen Menschen quasi null zugutekommen.“ Pflegekräfte, Busfahrer oder Verkäufer bekämen von der CDU Beschimpfungen statt steuerliche Entlastung. Von den rund zehn Milliarden Euro, die eine derartige Steuersenkung an Einnahmeeinbußen für den Staat bedeuten, gingen etwa zwei Drittel an die obersten zehn Prozent im Land. „Die unteren 70 Prozent erhalten so gut wie nichts“, sagte Audretsch der „Welt“. „So macht man Politik gegen die Menschen im Land.“
Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, Janine Wissler, hält das Vorhaben der CDU für unzureichend. Das Ziel, den sogenannten Mittelstandsbauch abzuflachen und die kalte Progression zu entschärfen, sei richtig. Als Einzelmaßnahme führe das spätere Greifen des Spitzensteuersatzes aber vor allem zu einer Entlastung der obersten zehn Prozent, kritisierte Wissler. Die würden laut Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung von der Gesamtentlastungssumme 5,6 Milliarden erhalten. „Auf die breite Masse, nämlich 70 Prozent der Betroffenen, entfielen im Vergleich lächerliche sechs Prozent. Das ist Umverteilung nach oben und klassische CDU-Klientelpolitik für Menschen mit hohen Einkommen.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Abstimmung auf CDU-Parteitag am 20.02.2026 |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- CDU plant, den Spitzensteuersatz ab einem Jahresgehalt von 80.000 Euro zu erheben (bisher 68.000 Euro).
- Kritik von SPD, Grünen und Linken an der steuerlichen Entlastung für Gutverdiener; vor allem die unteren 70% würden kaum profitieren.
- AfD fordert umfassende Steuerreform mit 25% Einkommensteuer und höheren Grundfreibeträgen.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- betrifft Gutverdiener, besonders ab 80.000 Euro Jahresgehalt
- betrifft ca. 10% der Bevölkerung, Gewinn von 5,6 Milliarden Euro für oberste Einkommensgruppen
- Fristen/Zeiträume nicht angegeben
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Vorbehalte der SPD gegenüber CDU-Vorschlag zur Entlastung von Gutverdienern
- Kritik an unausgewogenem Nutzen der Steuerentlastung zugunsten der oberen Einkommensschichten
- Forderung nach Gegenfinanzierung bei Haushaltslücke und ungerechter Verteilung der Entlastungen
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Koalition plant, große Haushaltslücke gerecht zu schließen
- Vorschläge zur Gegenfinanzierung sollen bei der Diskussion berücksichtigt werden
- Kritik an Steuersenkungen, die hauptsächlich den oberen 10 Prozent zugutekommen
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
- Tausende Häftlinge vorzeitig aus Gefängnis entlassen - 20. März 2026
- Lehrerverband sieht Verbot von Messengerdiensten kritisch - 20. März 2026
- Merz will KI-Verordnung komplett auf den Prüfstand stellen - 20. März 2026
