Wadephul will bei humanitärer Hilfe für den Sudan vorangehen

15. April 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Humanitäre Krise im Sudan und Hilfe

() – Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) will die humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung im erhöhen.

„Wir werden unsere Hilfe um mehr als 230 Millionen Euro aufstocken“, sagte er am Mittwoch nach der Berliner Sudan-Konferenz. „Wir verbinden das natürlich mit der Bitte, dass auch alle anderen Akteure ihrer humanitären Verantwortung gerecht werden.“ Es sei ein gutes Zeichen, dass die Teilnehmer der Konferenz „in einer Welt schrumpfender humanitärer Mittel bereits Unterstützungszusagen in Höhe von über 1,3 Milliarden Euro abgegeben haben“.

Die humanitären Mittel für den Sudan lagen zuletz weit unter dem Bedarf. Im Jahr 2025 war der Hilfsplan der Vereinten Nationen nur zu 35 Prozent finanziert. Für das Jahr 2026 wird mit einem Bedarf von 2,8 Milliarden Dollar gerechnet.

Wadephul kündigte auch an, die Krise im Sudan auf der Agenda des UN-Sicherheitsrats halten. Im Sudan spiele sich die größte menschengemachte humanitäre Katastrophe der Welt ab. Die Zahl der seit 2023 Getöteten liege „wohl in den Hunderttausenden“, sagte der Bundesaußenminister. „Mehr als 20 Millionen Menschen leiden akut Hunger – die Hälfte der Bevölkerung.“ Die internationale Gemeinschaft werde die Friedensbemühungen weiter verstärken und sich bemühen, so schnell wie möglich die Gewalt zu stoppen, humanitäre Hilfe zu ermöglichen und eine Waffenruhe zu erreichen, erklärte er.

Nach Angaben der UN-Flüchtlingsagentur UNHCR mussten seit Beginn des Konflikts zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) im April 2023 rund 14 Millionen Menschen, also ein Viertel der Bevölkerung, fliehen. 9 Millionen sind demnach weiterhin innerhalb des Sudans auf der Flucht, 4,4 Millionen haben das Land verlassen und sich vor allem im , im und in niedergelassen. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind derzeit 21 Millionen Sudanesen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind. 6,3 Millionen von ihnen befinden sich in einer besonders prekären Notlage. In den drei Jahren des Krieges hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 200 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen dokumentiert, die 2.052 Todesopfer forderten.

Siehe auch:  CDU-Flügel wollen Klimaziele abschwächen

Ein UN-Bericht war im Februar zu dem Schluss gekommen, dass es Anzeichen für einen Völkermord in Al-Faschir gibt. Dort sind nach Angaben der Koordinatorin für humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen im Sudan, Denise Brown, innerhalb von drei Tagen mindestens 6.000 Menschen ermordet worden.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Johann Wadephul am 13.04.2026

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Bundesaußenminister Johann Wadephul erhöht die humanitäre Hilfe für den Sudan um mehr als 230 Millionen Euro.
  • UN schätzt den Bedarf für humanitäre Hilfe im Jahr 2026 auf 2,8 Milliarden Dollar.
  • Rund 14 Millionen Menschen haben seit Beginn des Konflikts im April 2023 fliehen müssen.

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Erhöhung der humanitären Hilfe um mehr als 230 Millionen Euro notwendig aufgrund unzureichender Mittel.
  • Konflikt zwischen sudanesischen Streitkräften und Rapid Support Forces seit April 2023 führt zu massiver Flucht und humanitärer Katastrophe.
  • Schätzungen zufolge leiden über 20 Millionen Menschen akut unter Hunger und 21 Millionen sind von Ernährungsunsicherheit betroffen.

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Erhöhung der humanitären Hilfe für den Sudan um mehr als 230 Millionen Euro
  • Fortsetzung der Krisenbearbeitung im UN-Sicherheitsrat
  • Verstärkung der Friedensbemühungen und der humanitären Hilfe
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)